Supermarkt in Hamm-Heessen

Kaufland übernimmt Real-Filiale - Aktuelle Infos zu Personal und Zeitplan

Real in Heessen ist bald Geschichte. Der Markt wird von Kaufland weiterbetrieben.
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Real in Heessen ist bald Geschichte. Der Markt wird von Kaufland weiterbetrieben.

Jetzt ist es auch offiziell bestätigt: Zum 1. Februar 2021 übernimmt Kaufland den Real-Markt in Hamm an der Münsterstraße. Am Montag wurden konkrete Infos bekannt.

Hamm - Der Real-Supermarkt an der Münsterstaße wird von Kaufland übernommen. Das hat Kaufland-Sprecherin Andrea Kübler am Montag, 4. Januar, auf WA-Anfrage bestätigt, nachdem Kunden bereits zum Jahresende im Supermarkt Aufsteller mit entsprechenden Hinweisen „entdeckt“ hatten. Die Übernahme wird am 1. Februar vollzogen. Die Arbeitsplätze aller 90 Mitarbeiter bleiben erhalten.

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An dem Montag und am Dienstag, 1. und 2. Februar, bleibt der Supermarkt an der Münsterstraße geschlossen: Dann wird die Obst- und Gemüseabteilung umgebaut, natürlich verschwindet der Real-Schriftzug und die Waagen- und Kassensysteme werden ausgetauscht. Am Mittwoch, 3. Februar, öffnet der Markt wieder für die Kunden, allerdings finden noch bei laufendem Geschäft weitere Umbaumaßnahmen statt - „entsprechend dem Kaufland-Konzept“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Real wird künftig der vierte Kaufland in Hamm

Damit wird der Supermarkt an der Münsterstraße der vierte „Kaufland“ in Hamm – neben den Märkten in Hamm-Westen (Wilhelmstraße), in Hamm-Süden an den Zentralhallen und dem nur 3,5 Kilometer entfernten Markt an der Römerstraße in Bockum-Hövel. Weitere Kaufland-Märkte in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hamm befinden sich in Bergkamen-Rünthe und Ahlen (Gewerbegebiet Kleiwellenfeld).

In neun Fällen stimmte das Bundeskartellamt einer Übernahme nicht zu: Dazu gehören beispielsweise Dülmen und Bedburg, wo sich die nächsten Kaufland-Filialen in 16 Kilometern Entfernung befinden, oder Brandenburg und Heidenau mit 10 Kilometern Entfernung. 

Wie sich diese Konzentration mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, verträgt, mochte Kay Weidner, Pressesprecher des Bundeskartellamts, auf WA-Anfrage nicht bewerten: „Welche Kriterien konkret in Hamm zur Übernahme geführt haben, kann ich nicht sagen.“ Immerhin: Eine Übernahme durch einen Mitbewerber durch einen Anbieter mit gleichem oder ähnlichem Sortiment bedeute immer eine Einschränkung beim Wettbewerb.

Wobei die Wettbewerbshüter gerade das eigentlich verhindern wollen, wie deren Präsident Andreas Mundt in einer Pressemitteilung verlautbart: „Wir wollen für die Verbraucher dort, wo sie einkaufen, genügend Auswahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Lebensmittelhändlern erhalten.“ Darum sei die Übernahme von „nur“ 92 der ursprünglich 101 Real-Standorte genehmigt worden.

Real wird Kaufland: Payback-Daten geben Ausschlag

Um für oder gegen eine Übernahme zu entscheiden, hat das Amt laut Weidner Daten des Bonussystems Payback ausgewertet. So seien Marktanteile analysiert und ein „relevanter regionaler Markt“ definiert worden. „Vertiefte Analysen“ habe es für das sogenannte Kerngebiet gegeben, aus dem zwei Drittel der Kunden stammen: In die Bewertung seien SB-Warenhäuser, Verbrauchermärkte und Supermärkte einbezogen worden. Dazu gehören der Discounter Lidl, der wie Kaufland Teil der Schwarz-Gruppe ist, aber auch die „echten Konkurrenten“ Rewe, Edeka und Aldi.

Ob sich einer der beiden anderen Interessenten an den insgesamt 276 Real-Standorten – Edeka und Globus – für den an der Münsterstraße beim Bundeskartellamt beworben hat, wurde nicht mitgeteilt. Die eher in südlichen und östlichen Bundesländern vertretene SB-Markt-Kette Globus übernimmt 24 Märkte, Edeka habe Interesse an 72 Standorten. Falls sich kein Interessent für den Heessener Supermarkt gefunden hätte, wäre er wohl geschlossen worden und hätte neben dem benachbarten ehemaligen „Praktiker“-Baumarkt einen weiteren Leerstand im Hammer Norden bedeutet.

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