„Dreamlens“ im Test

Bessere Augen über Nacht? Hammer Optiker bietet „Wunderkontaktlinsen“ an

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Simone Niewerth arbeitet bei Radio Lippewelle und hat die Kontaktlinsen getestet.

Morgens aufwachen und plötzlich besser sehen können – das, wovon viele Brillenträger träumen, ist tatsächlich möglich. Der Optiker „Sichtweise“ in Bockum-Hövel bietet dafür bereits seit Jahren eine besondere Kontaktlinse an.

Hamm – Diese Kontaktlinse korrigiert Kurzsichtigkeit über Nacht. Bisher ist diese allerdings in Hamm noch eher unbekannt. Simone Niewerth von Radio Lippewelle hat die Linsen getestet.

Die Dreamlens – so heißen die Kontaktlinsen – verformen die Hornhaut so, dass der Träger am nächsten Morgen besser sehen kann. „Man kann sich das vorstellen, als ob man mit der Hand in eine elastische Masse drückt. Die Kontaktlinse ist die Hand. Sie drückt auf die Hornhaut am Auge und schiebt sie zu den Seiten“, erklärt Optikermeister Martin Kielow. Die Linse korrigiert so im Schnitt etwa eine Dioptrie pro Nacht. „Das kann aber durchaus auch abweichen. Jedes Auge ist anders. Wir hatten auch schon mal jemanden, bei dem war es nur eine halbe Dioptrie pro Woche“, sagt Kielow.

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Linse muss regelmäßig getragen werden

Der Effekt ist allerdings nicht dauerhaft, die Linse muss regelmäßig getragen werden, um die klare Sicht beizubehalten. Die Kontaktlinse kann Sehstärken bis zu minus fünf Dioptrien ausgleichen. Es funktioniert nur bei Kurzsichtigkeit. „Für Weitsichtige müsste die Hornhaut nicht weggedrückt, sondern zusammengezogen werden, das wäre ziemlich schwierig und wahrscheinlich auch unangenehm“, erklärt der Experte. Die Linsen werden vor dem Schlafengehen eingesetzt und müssen mindestens sechs Stunden drin bleiben, damit sie wirken.

Wer wenig Erfahrung mit Kontaktlinsen hat, kann da schon ein bisschen Zeit brauchen. Denn die Linsen sind etwas härter als normale Kontaktlinsen. Auch für unsere Testerin Simone Niewerth war es nicht ganz leicht. „Ich hatte abends doch ein bisschen Mühe, die Linsen reinzufummeln. Es sind schon harte kleine Dinger“, erzählt sie.

Dreamlens schon länger auf dem Markt

Es gibt die Dreamlens schon seit einer Weile in Deutschland, trotzdem sind sie nicht so bekannt. „Wenige wissen, dass es sie gibt. Für Optiker sind sie auch nicht so attraktiv, weil man eine extra Schulung braucht und die Betreuung aufwendiger ist als bei normalen Linsen“, sagt der Optiker. Deshalb ist der Bockum-Höveler Optiker auch der einzige Anbieter in Hamm. „Wir haben ein paar Kunden, die die Linsen nutzen, aber noch lange nicht so viele, wie bei den normalen Kontaktlinsen.“ Der Preis könnte ein Grund dafür sein. Die Linsen kosten rund 60 Euro im Monat, die Anpassung einmalig rund 200 Euro.

Den Augen im Alltag Gutes tun

Wer die Dreamlens ausprobieren möchte, braucht neben Geld auch Zeit. Für die Linsen müssen die Augen genau vermessen werden. Anschließend werden die Linsen hergestellt, das dauert etwa eine Woche. Um sicherzugehen, dass sie so sitzen, wie gewünscht, geht es nach der ersten Nacht zur Kontrolle. „Am besten noch im Schlafanzug und mit geschlossenen Augen. Wir brauchen das beste, frühste Bild“, erklärt Kielow.

"Funktioniert, aber ist nichts für jeden"

Niewerth hat die Linsen eine Woche lang getestet. Ihr Fazit: „Es funktioniert, aber es ist nichts für jeden. Ich lese zum Beispiel abends im Bett gerne noch, das ging mit den Linsen nicht.“ Denn damit die Linsen richtig sitzen, müssen die Augen geschlossen sein. „Bei Frühschichten habe ich dann auch zu kurze Schlafenszeiten“, erklärt sie. Gewirkt haben die Linsen bei ihr aber sofort. „Ich konnte schon nach der ersten Nacht ohne Brille arbeiten“, berichtet sie. Nach drei Tagen war ihre normale Sehstärke wiederhergestellt.

„Für Sportler oder Menschen, die auf der Arbeit eine Schutzbrille tragen müssen, könnte das eine Alternative sein“, sagt sie. Aber eben nur dann, wenn man zum Einschlafen nicht lesen will.

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