Teure Zerstörungswut: Vandalismus kommt die Hammer jedes Jahr ziemlich teuer

Beseitigung der Schmierereien an Haldenzeichen kostet Stadt Hamm viel Geld.
+
Schön sieht anders aus: Allein die Beseitigung der Schmierereien an den Haldenzeichen kostet die Stadt Hamm jedes Jahr 20- bis 30.000 Euro.

Aufgeschlitzte Sitze in Bussen, zerstörte Kunstwerke, Schmierereien und Unrat, der illegal in der Natur entsorgt wurde: Vandalismus und wilde Müllkippen bereiten auch in Hamm zunehmend Probleme.

Hamm – Betroffen von der Vandalismus-Problematik sind öffentliche Einrichtungen, Vereine und Privatpersonen, die jedes Jahr einen sechsstelligen Euro-Bereich aufwenden dürften, um die Schäden zu beseitigen. Wie hoch die Aufwendungen bei den Schäden genau sind, lässt sich aber kaum beziffern.

Oft ist es schwer abzugrenzen, welche Schäden, beispielsweise an Spielgeräten, aus Vandalismus resultieren und welche aus Altersgründen der Geräte oder nicht-böswilligem unsachgemäßen Gebrauch. „Die Reparaturarbeiten auf Spielplätzen sowie in Grünflächen und Parks belaufen sich auf insgesamt knapp 200.000 Euro im Jahr – sind aber wie gesagt nur teilweise vandalismusbedingt“, erklärt Stadtsprecher Lukas Huster.

An anderen Stellen lassen die sich klarer beziffern. Erst Anfang der Woche hatte die Stadt den stark beschädigten „Ort der Bergbaugeschichte“ im Lippepark repariert. Kosten: 10.000 Euro. Konkrete Zahlen gibt es auch für die vier Hammer Haldenzeichen Kissinger Höhe, Schacht Franz, Humbert und Radbod. Hier müssten, wie Huster sagt, wegen Verschmutzung und Graffiti an zwei bis drei Zeichen im Jahr neue Anstriche für jeweils rund 10.000 Euro vorgenommen werden. Und: „Für entsprechende Malerarbeiten an den roten Pergolen in den Ringanlagen werden jährlich rund 3000 bis 4000 Euro fällig.“

Vandalismus in Hamm: Stadt erstattet jährlich 100 Anzeigen

Laut Huster werden die Vandalismusschäden an städtischen Objekten grundsätzlich zur Anzeige gebracht. „Im Durchschnitt erstatten wir jedes Jahr etwa 100 Anzeigen.“ Bei ebensovielen weiteren Beschädigungen sei die Ursache nicht eindeutig.

Das ist aber nur ein Bruchteil dessen, was an Sachbeschädigungen in Hamm insgesamt aktenkundig wird. Die Kriminalstatistik der Polizei Hamm weist für 2019 1076 Sachbeschädigungen auf – also drei am Tag und 70 mehr als im Jahr zuvor.

Ein Teil davon betrifft auch die Stadtwerke. Zahlen, wie viel Geld sie für die Schadensbeseitigung aufwenden müssen, gibt es nicht. Betroffen sind vor allem Busse und Buswartehäuschen, für die teilweise auch die Firma Rufus zuständig ist.

Vandalismus in Hamm: Auch wilde Müllkippen ärgerlich

Doch es sind nicht nur öffentliche Einrichtungen, die mit Vandalismus zu kämpfen haben. Auch Vereine wie die West.Kunst in Herringen oder der Förderverein Martin-Luther-Viertel klagen immer wieder über zerstörte oder beschädigte Kunstwerke und Einrichtungen. Und die Reparaturen können, wie vor einem Jahr beim Friedensmosaik im Friedenspark in Herringen, schon mal schnell in einen niedrigen vierstelligen Euro-Bereich gehen – Geld, für das längst nicht immer die Versicherungen aufkommen.

Mindestens genauso ärgerlich sind die wilden Müllkippen, die es über die gesamte Stadt verteilt gibt. Mit etwa 7500 Euro im Jahr ist der personelle Aufwand für die Beseitigung zwar vergleichsweise gering. Aber: Hinzu kämen, so Huster, die Entsorgungskosten.

Vandalismus in Hamm: Täter erden nur selten erwischt

Auch hier ist das Problem, dass die Täter nur in den seltensten Fällen erwischt werden. Wenn es der Stadt jedoch gelingt, wird es teuer: „Im Durchschnitt wird ein mittlerer dreistelliger Euro-Bereich fällig“, sagt Huster. Je nach Entsorgungsort und Art des Mülls könnte es aber auch in den Tausender-Bereich gehen. „Beispielsweise, wenn Müll in einem Naturschutzgebiet abgekippt wird oder es sich um Sondermüll handelt.“ Zwar entdecke man auch immer wieder Hinweise auf die Täter. „Nur: Wir müssen nachweisen, dass auch sie den Müll tatsächlich entsorgt haben.“

Nach Angaben der Stadt ist die Zahl der wilden Müllkippen in Hamm in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. 2018 waren es 654, 2019 669 und im ersten Halbjahr 2020 bereits 722. Man komme hier, so Huster, an die Kapazitätsgrenzen. Bei der Beseitigung müssten mittlerweile Kollegen helfen, die eigentlich gar nicht dafür zuständig seien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare