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Weichen stellen für den Beruf

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Die Firma Hoffmeier gab den Schülern praktische Tipps beim Projekttag.
Die Firma Hoffmeier gab den Schülern praktische Tipps beim Projekttag. © Rother

BRAAM-OSTWENNEMAR -  In dieser Woche werden für so manchen Schüler der Erlenbachschule die Weichen für das künftige Berufsleben gestellt. Der Projekttag am Donnerstag war der Höhepunkt der fast einwöchigen Angebotsreihe.

Diese mit dem Testtraining für Neuntklässler und dem Vorstellungsgespräch mit dem Kooperationspartner Jugendcafé Werries begonnen. 32 Firmen und Schulen präsentierten rund 120 Neunt- und Zehntklässlern Ausbildungsmöglichkeiten und stellten Ansprechpartner für die Schüler zur Verfügung. Seit nunmehr zehn Jahren gibt es den Projekttag – eine Erfolgsveranstaltung.

Von der ersten Stunde mit dabei waren die Lehrerinnen Rita Gehrmann und Katja Ernst. Das Team Berufswahlorientierung hat das Konzept in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Insbesondere die ersten Jahre erforderten kräftige Nachbesserungen. „Es lief etwas chaotisch ab“, sagt Rita Gehrmann angesichts von ehemaligen Schülern, die von ihrem beruflichen Werdegang erzählen sollten – insgesamt war es nicht optimal. „Wir haben dann in den folgenden Jahren an der Struktur gearbeitet“, erklärt Katja Ernst, „haben immer gesehen, dass wir immer mehr Leute ins Boot holen.“ Die beiden Lehrerinnen nutzten „jede Gelegenheit“, um für den Projekttag Kontakte zu knüpfen. Auf einer Bildungsmesse holten sie beispielsweise die Universität Münster nach Braam-Ostwennemar, die den Hauptschülern Perspektiven aufzeigt.

Mit nur etwas mehr als einer Handvoll Firmen, die zur Vorstellung von Ausbildungsberufen eingeladen worden waren, startete die Erlenbachschule vor einem Jahrzehnt. Einige Firmen sind seit der ersten Stunde dabei, wie etwa Claas aus dem Gewerbegebiet Uentrop, Hoffmeier und Mercedes-Ostendorf.

So wie Claas gewinnen die Firmen an der Erlenbachschule Auszubildende. „Sie rufen auch an, wenn sie noch einen Kandidaten brauchen“, sagt Katja Ernst. In der Regel werden die Unternehmen am Kirchweg auch fündig.

Erleichterter Zugang für die Schüler

Die Schüler haben sie eventuell schon am Projekttag kennengelernt. Mit im Durchschnitt überschaubaren 13 bis 14 Schülern haben sie sich dabei in Gruppen aufgeteilt, denen die Vertreter der Firmen und Schulen in jeweils einer Schulstunde Ausbildungsmöglichkeiten vorstellen und Fragen beantworten. Oft stehen auch Auszubildende Rede und Antwort. „Das erleichtert den Schülern den Zugang“, sagt Katja Ernst. „Die Schüler merken auch, dass sie in einer solchen Umgebung mehr Fragen stellen können, als etwa auf einer Bildungsmesse“ – für die Berufsfindung eine gute Voraussetzung. Während sich die oft noch unschlüssigen Neuntklässler für Gruppen eintragen, die für eher breiter gefächerte Berufsfelder stehen, suchen sich die Zehntklässler schon gezielter die Unternehmen, die sie interessieren. „Bei den Schülern kommt der Projekttag gut an“, sagt Rita Gehrmann – bei den Unternehmen auch.

Der Projekttag scheint zu einem Selbstläufer geworden zu sein. „Die Einstellung der Unternehmen haben sich aber auch verändert“, erklärt Katja Ernst. Es gebe immer weniger Bewerber auf offene Ausbildungsplätze. Insbesondere Handwerksbetriebe beteiligten sich daher im eigenen Interesse an der Veranstaltung.

Doch das Team der Erlenbachschule verlässt sich nicht darauf, dass die Firmen auf sie zukommen. Die wichtige Sparte Einzelhandel sollte gestern eigentlich auch vertreten sein. Doch nach einer kurzfristigen Absage war kein Ersatz zu finden. Rita Gehrmann: „Wir geben die Suche nicht auf.“ - ha

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