Maschinenzentrale dringend sanierungsbedürftig

Berlin steckt Millionen in Hammer CreativRevier Heinrich Robert

Eine imposante Erscheinung: Die Maschinenzentrale ist das größte Gebäude auf Heinrich Robert.
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Eine imposante Erscheinung: Die Maschinenzentrale ist das größte Gebäude auf Heinrich Robert. Sie muss dringend saniert werden. (Das Archivbild zeigt eine Führung bei der ExtraSchicht 2016.)

Der Bund fördert die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Maschinenzentrale im CreativRevier Heinrich Robert mit 1,6 Millionen Euro. Sie gehörte einst zum Bergwerk Ost.

Hamm - Große Freude im CreativRevier Heinrich Robert: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Thews überbrachte den Verantwortlichen der gleichnamigen Entwicklungsagentur die gute Nachricht, dass der Bund die dringend erforderliche Instandsetzung der Maschinenzentrale mit 1,6 Millionen Euro fördert. Das Geld stammt aus Zuschüssen für investive Kulturmaßnahmen bei Einrichtungen im Inland. „Ich freue mich sehr, dass ich den Haushaltsausschuss des Bundestags überzeugen konnte, das CreativQuartier zu fördern“, sagte der heimische Abgeordnete.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte am 21. August der Besuch von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) auf Heinrich Robert. Dort war auch Thews anwesend. In einem Gespräch unter anderem mit Martin Löckmann von der Entwicklungsagentur und Gebäudeeigentümer Jürgen Tempelmann hatte Thews gefragt, ob er irgendwie helfen könne. Sein Hinweis, dass es Zuschüsse für Denkmäler gebe, sei schließlich die Initialzündung gewesen, so Löckmann.

Von der Hamm Projekt GmbH, eine Tochter der TeHa (Tempelmann Hamm), wurde daraufhin der Förderantrag gestellt. Das operative Geschäft habe, so Löckmann, das Büro von Michael Thews übernommen. Letztlich sei es aber der Bundestagsabgeordnete gewesen, der seine Kollegen überzeugt habe, dass Geld nach Hamm fließt.

Nicht zu übersehen: Das Wasser, das durch das undichte Dach kommt, hat in der Maschinenzentrale erhebliche Schäden angerichtet. (Archivfoto)

Gedacht ist es für die Sanierung des Daches der Maschinenzentrale. Dafür wurde eine Summe von rund 3,2 Millionen Euro veranschlagt. 50 Prozent davon übernimmt der Gebäudeeigentümer, die andere Hälfte der Bund. Der investiert nicht nur in ein Denkmal, sondern auch in ein Gebäude, das zusammen mit dem umliegenden Ensemble von „nationaler Bedeutung ist“.

Das weiß auch Thews. Der SPD-Politiker zu seiner Antragsinitiative: „Mit dem CreativQuartier können wir auf eine ökologische und nachhaltige Weise die Zeche Heinrich Robert und ihre 120 Jahre alte Geschichte erhalten sowie neue Arbeitsplätze schaffen. Aus vielen Gesprächen mit den Bürgern weiß ich, wie wichtig dieses Gelände für die kulturelle Identität der Region ist. Es war mir daher ein großes Anliegen, dass Hamm dieses Jahr berücksichtigt wird und das CreativQuartier die benötigten Fördermittel bekommt.“

Mit der Sanierung der Maschinenzentrale soll nach derzeitigem Stand bis zum Frühsommer 2021 begonnen werden. Voraussetzung dafür ist allerdings die Entlassung aus der Bergaufsicht. Das neue Dach soll nach Möglichkeit auch eine Photovoltaikanlage erhalten. Nachnutzungsoptionen für das Gebäude selbst gibt es mehrere. So könnte es zum Beispiel in den Betrieb der Lunex-Universität, die in Hamm eine Außenstelle eröffnen möchte, eingebunden werden. Hierzu habe es, so Jürgen Tempelmann, in der vorigen Woche weitere Gespräche gegeben. Er freue sich sehr, dass der Bund die Sanierung der Maschinenzentrale fördere und ihre Bedeutung anerkannt habe. „Neben dem Hammerkopfturm ist es das herausragende Gebäude im CreativRevier“, sagte der Investor.

Maschinenzentrale

Die Maschinenzentrale ist das größte Gebäude der ehemaligen Zeche Heinrich Robert. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Am 29. April 2019 wurden diese und sieben weitere Gebäude in die Denkmalliste des Landes eingetragen – und zwar mit der Begründung, dass anhand der Gebäude „das Funktionieren eines Bergwerks noch gut ablesbar ist“.

Die Maschinenzentrale, aus der das Bergwerk mit Energie versorgt wurde, ist circa 126 Meter lang, 25 Meter breit und etwa 19 Meter hoch. Sie verfügt über eine Bruttogrundfläche von rund 6 250 Quadratmetern. Das Gebäude verfügt unter anderem noch über einen historische Fliesenspiegel. stg

Zahlreiche Schäden

Die Maschinenzentrale im CreativRevier bedarf dringend einer Instandsetzung des Daches und des Lichtbandes am First. Durch eindringendes Wasser haben Dachdecke und Mauerwerk in den letzten Jahren erheblichen Schaden genommen. Der Innenputz hat sich bereits großflächig gelöst, sodass Denkmalschützer die Gefahr sehen, dass die in den Traufwänden eingebundenen stählernen Dachbinder beschädigt werden. Zum Erhalt des Baudenkmals sei es unbedingt erforderlich, die Konstruktion wieder instand zu setzen, so die Untere Denkmalbehörde.

Dazu schlagen die Denkmalschützer eine Reihe an Maßnahmen vor, angefangen von der Erneuerung der Dachabdichtung über die Instandsetzung der Betonkastenrinnen bis zur Reparatur des Tragwerks. Schließlich sollen die Glasscheiben des Lichtbandes wieder in die Stahlrahmen eingesetzt und fixiert und der schadhafte, nicht mehr tragfähige Wandputz größtenteils abgetragen werden.

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