Stahlkorpus mit Hingucker-Qualität: Lippeverband baut neuen beleuchteten Düker-Zugang

Architekt Alexander Schmidt (von links) sowie Anne-Kathrin Lappe und Thomas Drenks stellen den Plan vor. Im Hintergrund: der heutige Zugang zum Düker.
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Architekt Alexander Schmidt (von links) sowie Anne-Kathrin Lappe und Thomas Drenks stellen den Plan vor. Im Hintergrund: der heutige Zugang zum Düker.

Seit mehr als 30 Jahren ist der Zugang zum Düker unter Kanal und Lippe ein unansehnlicher Betonsockel mit Stahlklappe. In den kommenden Wochen entsteht an der Kanalkante in Höhe der Einmündung Adenauerallee/Rietzgartenstraße ein architektonischer Hingucker. Dafür nimmt der Lippeverband rund 260.000 Euro in die Hand.

Hamm – Im Untergrund befindet sich einer von sieben Dükern der Stadtentwässerung in Hamm. Der Bau aus den späten 1980er Jahren dient der Entwässerung der südöstlichen Innenstadt und transportiert in zwölf Metern Tiefe und über eine Länge von gut 140 Metern häusliches Schmutzwasser zur Kläranlage Mattenbecke jenseits von Kanal und Lippe.

Das neue Betriebsgebäude von fünf mal fünf Metern Grundfläche und einer Höhe von drei Metern erfüllt gleich mehrere Funktionen: Einerseits ist es eine Anlage des täglichen technischen Bedarfs, andererseits, so sagt Projektleiter Thomas Drenks vom Lippeverband, sei das neue Bauwerk auch ein „Eyecatcher“ an der Kanalkante. Ähnlich dem, das sich bereits an der Hafenstraße in Höhe des Kreisverkehrs befindet. „Wir haben uns bewusst gegen ein Gebäude mit dem Charme einer Fertiggarage entschieden“, sagt Drenks.

Steuerungstechnik wird verlegt

Hinter der Fassade aus Cortenstahlplatten liegt künftig die Steuerungstechnik für den Düker. Aktuell befindet sie sich noch schräg gegenüber in unansehnlichen grauen Schaltkästen. In die Stahlplatten wird eine Linienstruktur geschnitten sein, die das Element Wasser aufgreifen soll. Beleuchtet wird der Baukörper von innen mit grünem Licht in der Farbe des Lippeverbandes. Durch Witterungseinflüsse gewinnt der Stahl zunehmend an Patina.

Den Zuschlag für das Projekt hat das Hammer Architektenbüro Eichhorst + Schade erhalten. Das Büro ging als Sieger aus einem Architektenwettbewerb hervor, zu dem fünf Bewerber ihre Unterlagen eingereicht hatten.

Ein recht unansehnlicher Sockel aus Beton (siehe Bild unten) ist zurzeit der Zugang zum Düker an der Adenauerallee. Der Sockel soll nun eine künstlerische Ummantelung erhalten, wie die Grafik zeigt.

Keine Einschränkungen für Fußgänger und Radfahrer

Begonnen mit den Arbeiten wird im Innenbereich. Dort wird die Stahltreppe erneuert, um den Anforderungen an den Rettungsweg zu genügen. Dafür wird die Tragfähigkeit von bisher 150 auf 300 Kilogramm pro Quadratmeter erhöht. In etwa zwei bis drei Wochen beginnen dann die Außenarbeiten. Im Zuge dessen wird unter anderem der bisherige Betonsockel abgeschnitten. Voraussichtlich ab Ende August folgt dann die Verkleidung des neuen Baukörpers mit den Stahlplatten. Sechs Platten pro Seite sind dafür vorgesehen.

Abgeschlossen sein sollen die Arbeiten laut Lippeverband Ende des Jahres, wenn die komplette Elektrotechnik installiert ist. Laut Drenks wird es während der Arbeiten nicht zu Einschränkungen für den Fußgänger- und Radverkehr kommen.

Der Düker

Ein Düker ist eine Leitung zur Unterquerung einer Straße, eines Flusses von Gleisen oder etwas Ähnlichem. Durch eine solche Leitung kann beispielsweise Wasser, Gas oder etwas Ähnliches fließen. Durch den Düker Adenauerallee werden rund 7 500 Grundstücke entwässert. Dies entspricht rund 35.000 Einwohnerwerten. Ein Einwohnerwert ist rechnerisch die täglich von einem Einwohner in das Abwasser abgegebene Menge an organischen Verbindungen.

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