Hammer Innenstadtbild könnte sich ändern

Bekanntes Geschäftshaus in Fußgängerzone wird versteigert

Die Weststraße 43/45a könnte zum Schauplatz weiterer Innenstadtentwicklung werden.
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Versteigerungsobjekt: Die Weststraße 43/45a könnte zum Schauplatz weiterer Innenstadtentwicklung werden.

Eröffnet sich in der Fußgängerzone und der Martin-Luther-Straße in Hamm mit einem Schlag eine neue Möglichkeit für die Innenstadtentwicklung?

Hamm - Am 7. Oktober soll das Gebäude mit den Hausnummern Weststraße 43 und 45a mitsamt zur Martin-Luther-Straße gelegener Hofflächen versteigert werden. Im Erdgeschoss befindet sich ein Telekommunikationsladen und das leerstehende „Mode Schlösschen. Zusammengenommen bilden die Flurstücke einen durchgängigen Korridor von der Fußgängerzone ins Luther-Viertel – reichlich Gestaltungsraum.

Der Hinterhof ist über die Martin-Luther-Straße befahrbar und dient als Parkplatz. In Erinnerung an das ehemalige Diana-Kino hängen hier große Transparente, die der Förderverein des Martin-Luther-Viertels angeschafft hat.

Gerade Ende Juni noch hatte der Rat der Stadt Hamm einer Bebauungsplanänderung für das Viertel zugestimmt und damit den Weg frei gemacht für einen Baulückenschluss schräg gegenüber am Martin-Luther-Platz.

Objekt mit Tragweite?

Das Paket umfasst drei Flurstücke zwischen Weststraße und Martin-Luther-Straße. Darauf befinden sich das dreigeschossige Geschäftshaus sowie die Parkplätze im Hinterhof. Die Flurstücke haben Größen von 595, 165 und 243 Quadratmeter, also zusammen 1003 Quadratmeter. Das Geschäftshaus kommt mit allen Geschossen inklusive Keller auf knapp 880 Quadratmeter. Das Haus wurde seinerzeit auf dem Keller des Vorläufergebäudes errichtet. Auch die Giebelwände waren erhalten geblieben.

Der Verkehrswert (Marktwert) wurde auf insgesamt 1.655.000 Euro festgesetzt.

Die Versteigerung findet am Donnerstag, 7. Oktober, um 11 Uhr im Gerd-Bucerius-Saal im Heinrich-von-Kleist-Forum statt.

Hammer Geschäftshaus versteigert: riesige Hinterhoffläche

Lückenschlüsse und eine geschlossene Randbebauung sind ein Ziel im Rahmenplan „Perspektive Innenstadt 2030“. Aktuell wird dies an verschiedenen Stellen im Innenbereich umgesetzt, beispielsweise an der Nordstraße/Ecke Brüderstraße oder an der Bahnhofstraße und der Neuen Bahnhofstraße am ehemaligen „Kipp’n in“-Standort.

Was also kann nach einer Versteigerung mit der riesigen Hinterhoffläche zwischen den Hausnummern 48 (Hebammenpraxis) und 50 („City Grill“) an der Martin-Luther-Straße geschehen? Zurzeit sind hier 25 Stellplätze ausgewiesen. Laut Gutachten handelt es sich um baureifes Land. Alte Luftaufnahmen aus den späten 1960er zeigen, dass der Hof zu diesem Zeitpunkt noch bebaut war – allerdings mit einer bizarren Formation aus Hallen und Unterständen.

Viel Fläche: Der Hof zur Martin-Luther-Straße ist als Parkplatz vermietet. Möglicherweise könnte hier ein Lückenschluss erfolgen.

Hammer Geschäftshaus versteigert: „sichtbarer Instandhaltungsstau“

Und was geschieht mit dem Gebäude zur Weststraße hin? Der Gutachter bescheinigt für das dreigeschossige Gebäude aus dem Jahr 1976 unter anderem „sichtbaren Instandhaltungsstau“. Die Obergeschosse, in denen sich auch einmal eine psychologische Praxis befand, sind nur vom Parkplatz aus erreichbar. Bedeutet das alles in allem für einen Investor vielleicht der Ansatzpunkt für einen größeren Fall von „Stadtreparatur“?

Zu städtischen Vorstellungen für diese Schnittstelle von Weststraße und Martin-Luther-Straße und Gestaltungszielen war urlaubsbedingt aus den entsprechenden Fachstellen noch keine Stellungnahme zu erhalten.

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