OB Hunsteger-Petermann will das nicht länger hinnehmen

Bedroht, beschimpft, beleidigt: Im Rathaus muss man viel ertragen

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Symbolbild

Niemand lässt sich gerne als „Hurensohn, Schlampe oder Arschloch“ bezeichnen. Mitarbeiter der Stadtverwaltungen müssen diese Schimpfwörter und Beleidigungen offenbar immer häufiger hören.

Hamm – Aber müssen sie das auch hinnehmen? „Nein“, sagt Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. „Hier sind wir als Kommunen in der Pflicht, entsprechende Vorkommnisse konsequent zur Anzeige zu bringen – und die Justiz muss diese dann ebenso konsequent verfolgen“, sagte er nach einem Treffen der kreisangehörigen Städte des NRW-Städtetags im Hammer Rathaus.

Bei dem Treffen sei deutlich geworden, dass es in allen Städten eine Zunahme von Gewaltandrohungen und Beleidigungen gebe, bilanzierte der Hammer OB in seiner Funktion als Vorsitzender des Städtetags Nordrhein-Westfalen.

Er selber habe mehrfach Androhungen von Gewalt erfahren, stand auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise unter Polizeischutz. „Die Hemmschwelle, was öffentlich, aber vor allen Dingen unter dem Deckmantel der Anonymität online geäußert wird, ist enorm gesunken“, betonte Hunsteger-Petermann.

Stellten die Ergebnisse der Städtetags-Konferenz vor: Helmut Dedy (links) und Thomas Hunsteger-Petermann.

Schon mehrere Aktenordner gefüllt

In der Hammer Stadtverwaltung füllen die Beleidigungen bereits mehrere Aktenordner. Genaue Zahlen gab es zunächst nicht. Im Rechtsamt werde entschieden, ob eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht wird. „Leider werden fast alle wegen Geringfügigkeit eingestellt“, so Hunsteger-Petermann. Da sei die Justiz gefordert, diese Beleidigungen nicht als Kavaliersdelikt zu sehen.

Eine deutliche Absage erteilte der OB Überlegungen, die Rathäuser durch private Sicherheitsdienste oder Sicherheitsschleusen zu schützen. Hunsteger-Petermann: „Das Rathaus muss offen für jeden bleiben“.

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