Hamm vor der Stichwahl

Nach „Beben von Bullerbü“: Hammer OB-Kandidaten angriffslustig

Marc Herter und Thomas Hunsteger-Petermann am Wahlabend im Kurhaus.
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Marc Herter und Thomas Hunsteger-Petermann am Wahlabend im Kurhaus. Am 27. geht‘s für die beiden OB-Kandidaten für die Stadt Hamm ums Ganze.

Nach dem „Beben von Bullerbü“ (*) trafen sich CDU und SPD jeweils hinter verschlossenen Türen, um die weitere Marschroute zu besprechen. Beide Volksparteien hatten nur ein Datum vor Augen: den 27. September, den Tag der OB-Stichwahl. Beide Kandidaten sehen sich gewappnet.

Hamm - „Erstaunen, Verblüffung und die pure Freude aus der Wahlnacht sind inzwischen der Erkenntnis gewichen, dass die Bürger den Wechsel wirklich wollen“, sagt Marc Herter. Er war schnell schon wieder in der Stadt unterwegs und versprühte – wenig überraschend – allerbeste Laune. Um 10,8 Prozent hatte der 46-jährige Herausforderer das Ergebnis von seinem Vorgänger Dennis Kocker übertroffen, Thomas Hunsteger-Petermann hatte hingegen krasse 19 Prozent verloren.

„Ich habe ganz viel Zuspruch erfahren. Das wird mich auch durch die zwei Wochen tragen“, prophezeite Herter. In dieser Zeit werde er und das Wahlteam aufzeigen, dass es am 27. September um die Entscheidung zwischen „Aufbruch“ oder „Weiter so“ gehe. Die SPD werde weiterhin darauf setzen, dass sie Hamm zur familienfreundlichsten Stadt Deutschlands machen wolle. Das zweite programmatische Standbein sei „gute Arbeit und Innovation, statt nur Logistikhallen“.

Vor der OB-Stichwahl in Hamm: Keine Entscheidung von Rechts oder Links

„Danke HP, jetzt ist Zeit für Herter“ laute weiter einer der Plakatslogans. „Aber letztlich geht es nicht um Plakate oder Flyer: Nichts ersetzt das direkte Gespräch mit dem Bürger.“ Das habe der Wahlkampf überdeutlich gezeigt, und daran werde er auch weiterhin konsequent festhalten. Gespräche und Networking über Facebook und Instagram würden die Basis bilden.

Herters Wahlanalyse fiel kurz und kompakt aus. „Das war keine Entscheidung von Rechts oder Links, und es ging auch nicht um einzelne Hochburgen. Der Wunsch zum Aufbruch kommt aus der Mitte unserer Stadt.“

Vor der OB-Stichwahl in Hamm: Drei Prozent seien machbar, glaubt HP

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann sah die Stichwahl hingegen noch nicht verloren. „Wir reden von 3 Prozent Unterschied – das ist machbar“, sagte der amtierende Amtsinhaber. Inzwischen sei er wieder klarer und innerlich aufgeräumter. Geholfen habe ihm dabei auch der Zuspruch vieler Parteifreunde. Den hatte er unmittelbar nach der Wahl reichlich bekommen. Er habe bei der „Wahlparty“ an der Waldbühne eine hoch motivierte Partei getroffen, die alles in die Wahlverlängerung legen wolle, um den Sieg noch zu holen.

300 Unterstützer trafen sich zwischenzeitlich am Kurhaus, um Hunsteger-Petermann bei einem Wahlkampftermin zu helfen. Worum es genau ging, wollte die Parteispitze nicht verraten. Sie versprach einen harten aber fairen Wahlkampf. Wobei Hunsteger betonte, dass Fairness keine Einbahnstraße sei. Hunsteger: „Das erwarte ich auch von der SPD.“

Vor der OB-Stichwahl in Hamm: CDU auch bei Ratswahl schlecht

Trotz aller Euphorie, die die Partei in den Endspurt legt, kann nicht vergessen werden, dass nicht nur die OB-Wahl schlecht für die CDU gelaufen ist, sondern auch die Ratswahl. Fast neun Prozent haben die Christdemokraten verloren. Daher stand direkt eine erste Analyse an. Dabei habe man erkannt, dass die CDU zahlreiche Stimmen an die AfD verloren hat. Gleichzeitig habe man viele eigene Wähler nicht mobilisieren können. „Das muss sich ändern“, sagte CDU-Kreisvorsitzender Arnd Hilwig.

(*) Die Formulierung „Beben von Bullerbü“ lehnt sich an einen Slogan von Thomas Hunsteger-Petermann an: „Hamm - Sicherer als Bullerbü“.

Kommunalwahl 2020 in Hamm im Kurhaus und im Rathaus

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