Baustellen an Bahnübergängen: Bald höheres Tempo möglich

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Keine Durchfahrt für Autos: Am Bahnübergang Im Zengerott wird zurzeit die komplette Technik erneuert.

Noch gut vier Wochen müssen sich alle Auto- und Zweiradfahrer in Richtung Süddinker gedulden: Erst am Montag, 24. August, sollen die beiden Bahnübergänge an der Illinger Straße und Im Zengerott/In Süddinker wieder freigegeben werden. Zurzeit finden an beiden Bahnübergängen entlang der Strecke Hamm-Soest Bauarbeiten statt.

Süddinker – Bislang sprach die Deutsche Bahn nur von „Modernisierungsarbeiten an der Bahnübergangstechnik und an den zugehörigen Bahnübergangstechniken“ sowie einer „Streckenertüchtigung für eine Erhöhung der Geschwindigkeit auf 160 Kilometer pro Stunde“, die an den beiden genannten Standorten in Süddinker sowie an einem weiteren in Welver Anfang Juni begonnen haben. Doch was heißt das genau? Wer sich die beiden Baustellen in Süddinker einmal näher anschaut, wird feststellen: Es hat sich schon eine Menge getan. So ist etwa am Bahnübergang Im Zengerott/In Süddinker bereits ein Teil der neu gebauten Sicherungsanlage für den Bahnübergang fertig. Zu sehen ist das unter anderem an den neuen Schranken und einem neugebauten Häuschen für die Steuerungstechnik.

Wie die Deutsche Bahn auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, werde zudem die bisherige „Blinklichtanlage durch eine Lichtzeichenanlage ersetzt“. Im Bereich des Bahnübergangs Im Zengerott/In Süddinker ist diese als Teil der gesamten Sicherungsanlage für den Bahnübergang schon fertig.

Im Unterschied zur alten Anlage, die nur eine Leuchte anzeigte und die bei Einfahren eines Zuges rot blinkte, sind an der neuen Lichtzeichenanlage zwei Leuchten vorgesehen. Im Allgemeinen zeigen diese beim Einfahren eines Zuges zunächst Gelblicht als Warnung an die Verkehrsteilnehmer zum Räumen des Bahnübergangs an und zwischen drei und fünf Sekunden später dann Rotlicht. Zudem senken sich dann die Schranken, damit niemand mehr den Bahnübergang passieren kann. Angaben zur genauen Funktionsweise der neuverbauten Lichtzeichenanlagen an den beiden Standorten in Süddinker gab es vonseiten der Deutschen Bahn allerdings nicht.

Neue Betonschwellen und gestopftes Schotterbett

Was in den kommenden vier Wochen bis zum Abschluss der Arbeiten noch ansteht, sind unter anderem Asphaltarbeiten. Wie eine Bahnsprecherin erklärt, werde „die Fahrbahn im Kreuzungsbereich erneuert, hier erfolgen umfangreiche Asphaltarbeiten.“ Auto- und Zweiradfahrer wird dies vor allem hinsichtlich des Bahnübergangs Im Zengerott/In Süddinker freuen, schließlich war dieser Bereich als ziemlich holprig bekannt. Noch etwas, das speziell am gerade erwähnten Standort gemacht werden wird: „Am Bahnübergang ,Im Zengerott’ werden zudem neue Betonschwellen eingesetzt und das Schotterbett gestopft“, erklärt eine Bahnsprecherin.

Warum die Bauarbeiten an den Bahnübergängen in Süddinker und Welver überhaupt nötig sind? Künftig sollen die Züge sie mit mehr Tempo passieren können. Damit werde die so genannte Mitte-Deutschland-Verbindung „deutlich schneller für Züge des Nah- und Fernverkehrs“. Trotz mehrerer Anfragen an die Deutsche Bahn unbeantwortet blieb allerdings, wie schnell die Züge bisher durch Süddinker fahren durften. Verschiedenen Anwohnern zufolge dürfte die Geschwindigkeit zwischen 80 und 120 Kilometern pro Stunde gelegen haben. Eine Bahnsprecherin verriet nur so viel: „Auf Strecken mit Bahnübergängen darf grundsätzlich nur mit maximal Tempo 160 gefahren werden.“

Mehrere dutzend Züge am Tag hier unterwegs

Anwohner schätzen die Zahl der täglich durch Süddinker fahrenden Züge auf 40 bis 50 – auch zurzeit, denn der Bahnverkehr ist durch die Baumaßnahmen nicht eingeschränkt. Neben der halbstündlich fahrenden Eurobahn, befahren auch Intercitys die Strecke. Nachts sind zudem Güterzüge dort unterwegs, wie Anwohner berichten. Dass die Züge künftig noch schneller fahren dürfen, freut sie natürlich nicht. Sie befürchten noch mehr Lärm als ohnehin schon.

Stand jetzt, kann die Deutsche Bahn das geplante Zeitfenster für die Bauarbeiten einhalten. Daher ist die Freigabe der Bahnübergänge in Süddinker sowie „Zum Hiltenkamp“ in Welver für Montag, 24. August, geplant. Freuen wird das alle Auto- und Zweiradfahrer, denn die ausgeschilderten Umleitungen sind nicht eben auf kurzem Wege erreichbar – zumindest, wenn man den offiziellen Ausschilderungen folgt.

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