Die Bagger sind gerückt

Baustart für Riesenwindräder in der Nähe der Autobahn

Die Bagger sind da: Das Grundstück westlich des Hellwegs und südlich der Autobahn wird auf den Bau eines Riesenwindrads vorbereitet.
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Die Bagger sind da: Das Grundstück westlich des Hellwegs und südlich der Autobahn wird auf den Bau eines Riesenwindrads vorbereitet.

Rhynern – Die Riesenwindräder nahe der Autobahn 2 sind im Anmarsch. Zwar wird es noch ein wenig dauern, bis die großen Anlagen zu den ausgesuchten Standorten transportiert und aufgebaut werden. Aber auf zwei Grundstücken in Rhynern und Freiske haben die vorbereitenden Bodenarbeiten begonnen.

Bagger und Raupen pendeln derzeit über den Hellweg zwischen den beiden Baustellen und zeigen unmissverständlich: Nach einigen Jahren und vielen Diskussionen sollen die Windmühlen tatsächlich gebaut werden. Die Baugenehmigung hat die SL Naturenergie aus Gladbeck schon seit längerer Zeit vorliegen. „Im Sommer 2021 wollen wir die Anlagen in Betrieb nehmen“, formulierte Milan Nitschke, Geschäftsführer der SL Naturenergie, das Ziel. Derzeit wird der Boden vorbereitet, um den Baukränen die Standfestigkeit zu geben. Mitte Oktober soll dann bereits das Fundament gegossen werden. In die Höhe geht es dann aller Voraussicht nach erst im neuen Jahr. Für Januar ist geplant, den Turm aufzubauen. Die riesigen Rotorblätter werden dann im Frühjahr, um Ostern herum, per Schwertransporter nach Hamm gebracht und montiert, so dass im Mai und Juni ein Probebetrieb gestartet werden kann. Für die Bau- und Transportfahrzeuge müssen während der Bauzeit keine gesonderten Straßen gebaut und bestehende verbreitert werden, sagt Nitschke. Lediglich in Kurvenbereichen könnte es sein, dass die Spur dort vergrößert wird und Bankette befestigt werden. „Das wird anschließend aber sofort wieder in den vorherigen Zustand zurückgebaut“, so Nitschke.

Ein Rotorblatt ist größer als die Rhyneraner Kirche

Die beiden Windräder werden vom Erdboden bis zur äußersten Spitze eines senkrecht stehenden Rotorblatts knapp 200 Meter hoch sein. Alleine ein Rotorblatt ist 70 Meter lang. Zum Vergleich: Die Rhyneraner St-Regina-Kirche ist bis zur Spitze 56 Meter hoch. Die Baustellen befinden sich zum einen auf einem Grundstück nördlich der Autobahn 2 zwischen Hellweg und In der Lengde, zum anderen südlich der Autobahn zwischen Hellweg und Zur grünen Aue. Nitschke rechnet damit, dass die leistungsstarken Windräder rund 20 Jahre in Betrieb sein werden. Ob anschließend dort modernere Anlagen entstehen, kann er jetzt noch nicht beantworten. Fakt sei, dass bereits jetzt Geld hinterlegt ist, um die Anlage komplett zurückzubauen. Zunächst aber sei es seiner Meinung nach höchste Zeit, dass die Anlagen endlich in Betrieb gehen. „Der Ausbau der Windenergie stockt. Zwischen Idee und Umsetzung liegen in Deutschland im Schnitt sieben bis zehn Jahre.“ Da sei deutlich zu lang mit Blick auf den gewünschten Ausbau von regenerativen Energiequellen. Die beiden Räder der SL Naturenergie seien so leistungsstark, dass sie etwa 15 000 Einwohner der Stadt Hamm ein Jahr lang mit Strom versorgen können, rechnet Nitschke vor.

Windradgegner geben nicht auf

Das alles gefällt den Gegnern der Windräder an der A2 trotzdem nicht. Sie haben Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt. Ihre Bedenken bezüglich Schlagschatten, Lärm und Infraschall sind weiterhin groß. Zudem führen sie den Wertverlust ihrer Immobilien in direkter Nachbarschaft der Räder an. Die Bürgerinitiative lässt sich durch eine Anwältin vertreten. Milan Nitschke von der SL Naturenergie sieht dem Widerstand gelassen entgegen: „Wir haben alles eingehalten und befürchten keine Hürden mehr.“

Insgesamt vier Windräder
Neben den beiden Windkraftanlagen, deren Bau nun begonnen hat, sind zwei weitere Räder in dieser Vorrangzone geplant. Sie sollen beide nördlich der A2 zwischen Hellweg und Osterbönener Weg entstehen. Ein unweit bereits existierendes Rad auf Bönener Gemeindegebiet wird abgebaut.

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