Boomender Immobilienmarkt

Bauen wird immer teurer: Preise haben sich in Hamm in 10 Jahren teils verdoppelt

Hamm neues Baugebiet Beisenkamp, ab Hülsenbusch
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Am Beisenkamp: Dies ist eines der aktuellen Baugebiete in Hamm.

Wer in Hamm den Traum vom eigenen Haus verwirklichen will, muss dafür immer tiefer in die Tasche greifen. Wohneigentum ist im vergangenen Jahr um die acht Prozent teurer geworden. Im Zehn-Jahres-Vergleich haben sich manche Preise sogar verdoppelt. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2021 hervor.

Hamm – Den Bericht veröffentlicht ein Gutachterausschuss, er umfasst jeweils die Grundstücksgeschäfte des vergangenen Jahres. 1 493 Kaufverträge über Hammer Immobilien wurden demnach 2020 geschlossen. Das sind zwar 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr; der Umsatz stieg dafür um 25,3 Prozent auf 473 Millionen Euro und hat sich damit innerhalb von sieben Jahren verdoppelt.

Bauland: Durchschnittlich 235 Euro pro Quadratmeter

Unbebaute Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten 2020 durchschnittlich 235 Euro pro Quadratmeter. Das sind neun Prozent mehr als im Vorjahr. Vor zehn Jahren waren gerade einmal 141 Euro pro Quadratmeter fällig – ein Plus von 94 Euro.

Baureife Grundstücke in guten Lagen veranschlagen die Gutachter in Hamm mit 265 Euro pro Quadratmeter. In mittleren Lagen sind es noch 225 Euro, in mäßigen Lagen dann nur noch 125 Euro.

Einfamilienhäuser: 7 Prozent Preissteigerung

Das durchschnittliche Ein- oder Zweifamilienhaus kostete im vergangenen Jahr in Hamm 248.000 Euro und damit sieben Prozent mehr als im Vorjahr. 2012 hatte die Marke noch bei 157.000 Euro gelegen.

Wohneigentum: 3.505 pro Quadratmeter beim Spitzenreiter

Auch bei Eigentumswohnungen stiegen die Kaufpreise 2020 weiter an. Der Quadratmeter kostete durchschnittlich 1.716 Euro und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die teuerste Wohnung, die in die Berechnung einging, kostete 3.505 Euro pro Quadratmeter. Um welche Lage es sich handelt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Gewerbeflächen: Preise fast verdoppelt

Auch Unternehmen und Landwirte mussten 2020 für Flächenkäufe mehr Geld als zuvor auf den Tisch legen. Gewerbliche Bauflächen kosteten durchschnittlich 64 Euro pro Quadratmeter. Das sind acht Euro mehr als 2019 – und fast doppelt so viel wie 2010, als 33 Euro gezahlt werden mussten.

Für land- und forstwirtschaftliche Flächen wurden 2020 durchschnittlich 6,85 Euro pro Quadratmeter fällig – auch hier hat sich der Preis gegenüber 2010 verdoppelt, damals kostete der Quadratmeter den Landwirt 3,36 Euro.

Bodenrichtwerte: Spanne zwischen 90 und 325 Euro

Die Preise schlagen sich auch in den Bodenrichtwerten nieder, die ebenfalls vom Gutachterausschuss ermittelt werden. Sie sind der Durchschnittswert für Grundstücke und haben beispielsweise Bedeutung für Erbfälle und Steuerfragen.

In Hamm bewegen sich die Werte zwischen 90 und 325 Euro pro Quadratmeter und sind damit durchschnittlich um zehn Euro gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Teuerste Lagen sind demnach Beisenkamp (300 Euro), Paracelsuskarree (325 Euro) und Rietzgartenviertel 310 Euro). Preiswert ist es „Op‘n Spitol“ (90 Euro).

Zwangsversteigerung: 14 Immobilien unter dem Hammer

14 Immobilien wurden 2020 zwangsversteigert. Das sind zwar fünf mehr als im Vorjahr, trotzdem ist die Zahl ausgesprochen gering. Zehn Jahre zuvor standen 79 Fälle auf der Liste des Amtsgerichtes, 2011 waren es sogar 96. Seitdem ist die Zahl immer weiter gesunken.

Mietspiegel: Gültigkeit bis Ende 2022

Für Mieter soll 2021 alles so bleiben, wie es bereits 2020 war. Der Mieterverein Hamm und Umgebung und der Eigentümerverein „Haus & Grund“ haben für den Mietspiegel 2021 die Werte des vergangenen Jahres übernommen. Die Nettokaltmieten bewegen sich dabei zwischen 3,25 Euro pro Quadratmeter für eine einfache Altbauwohnung und bis zu 8 Euro pro Quadratmeter für eine gute Neubauwohnung. Der aktuelle Mietspiegel gilt bis Ende 2022.

Im Mietspiegel werden die ortsüblichen Vergleichsmieten im frei finanzierten Wohnungsbau aufgeführt. Das Werk dient als Orientierungshilfe für Neuvermietungen und Begründung für Mieterhöhungen.

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