Nachfolge für Maximilian-Apotheke in Ostwennemar ist geregelt

Befürchtung um Zukunft der Dorf-Apotheke unbegründet

Barbara Hohmann ist Leiterin der Maximilian-Apotheke an der Soester Straße in Hamm-Braam-Ostwennemar.
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Es geht weiter: Barbara Hohmann ist jetzt Leiterin der Maximilian-Apotheke an der Soester Straße in Braam-Ostwennemar.

Eine Apotheke, wie in Ostwennemar, ist mehr als nur ein reiner Versorger mit Arzneimitteln. Man kennt sich, hält ein Schwätzchen in vertrauter Atmosphäre. Als Ende September Apotheker Horst Hohmann für viele überraschend starb, hatten etliche Kunden die Befürchtung, die fast 45-jährige Ära der Maximilian-Apotheke an der Soester Straße sei zu Ende.

Braam-Ostwennemar/Dolberg – Aus für die Dorf-Apotheke? Für Barbara Hohmann, Eherfrau von Horst Hohmann und selbst Apothekerin, stand die Frage nicht unbedingt im Raum. Eher: Wie organisiere ich die beiden Apotheken in Dolberg und Ostwennemar neu? Die Lösung war relativ schnell gefunden. Barbara Hohmann, die bislang die Lamberti-Apotheke in Dolberg geleitet hat, hat nun an die Soester Straße gewechselt. Apothekerin Melina Wilkinghoff, bisher in der Maximilian-Apotheke tätig, wechselt als Apothekenleiterin nach Dolberg. In Ostwennemar ist Apotheker Stephan Schleep als Angestellter neu im Team. „Als Ersatz für eine schwangere Kollegin“, erklärt Barbara Hohmann.

Insgesamt gibt es in beiden Apotheken zurzeit zwölf Mitarbeiter – die meisten (neun) in Ostwennemar. Allerdings gebe es zwischen den Apotheken auch immer wieder einen Mitarbeiteraustausch. Hohmann ist froh, dass sie diesen Mitarbeiterstab hat: „Personal – egal ob PTA oder Apotheker – ist zurzeit schwer zu finden. Der Arbeitsmarkt ist praktisch leergefegt.“

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen sind an der Apotheke natürlich nicht spurlos vorübergegangen. Größte Herausforderung sei dabei die FFP2-Masken-Aktion für die über 60-Jährigen gewesen. „Die wurden uns sprichwörtlich aus den Händen gerissen“, sagt die Apothekerin. Mittlerweile habe sich die Situation beruhigt, weil Kunden zwei Euro dazu zahlen müssten. Diese zwei Euro will Barbara Hohmann aber nicht in die eigene Tasche wirtschaften. Das Geld kommt der Aktion „Eine Dosis Zukunft“ der Apothekerkammer Westfalen-Lippe zugute, die Impfungen von Kindern in Entwicklungsländern unterstützt.

Lieferprobleme für FFP2-Masken auch in Ostwennemar zu spüren

Bewährt haben sich die Hygienemaßnahmen in der Apotheke selbst. Das Tragen von Masken, die Begrenzung von maximal drei Kunden in der Apotheke und nicht zuletzt die Plexiglasscheiben sind mittlerweile Alltag geworden. Hinter den „Kulissen“ gehen die Maßnahmen aber weiter. „Abstandsregeln seien im hinteren Bereich kaum umsetzbar“, sagt Hohmann. Deshalb sind Masken für die Mitarbeiter ganztätig verpflichtend und Desinfektionmittelspender überall aufgestellt worden. Pausen würden in mehreren Schichten gemacht.

Die zu Beginn der Corona-Pandemie herrschenden – zum Teil massiven – Lieferprobleme hätten sich mittlerweile weitgehend normalisiert. „Schutzhandschuhe sind aber fast nicht zu bekommen und wenn, dann sind sie sehr teuer“, sagt die Apothekerin.

Reaktionen auf Lieferengpässe

Erleichterungen beziehungsweise Vereinfachungen habe es durch die Corona-Krise aber durchaus auch gegeben. Der Lieferdienst kann jetzt auch „legal“ alle Kunden anfahren und sei damit ein zusätzliches Angebot geworden, das von morgens 10 Uhr bis in den Abend hinein genutzt werde.. Früher war das eigentlich nur für bestimmte bedürftige Kunden erlaubt. Und auch die Abgabeverordnung sei gelockert worden, vor allem in Hinblick auf die Rabattverträge. „Durch die Lieferengpässe bei manchen Präparaten, dürfen wir jetzt auch auf vorrätige Alternativmedikamente zurückgreifen“, sagt die Apothekerin.

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