Anhaltende Probleme in Selmigerheide/Weetfeld

Hilferuf wegen Bahnübergängen: CDU will Andreas Scheuer nach Hamm mholen

„Friedwart von Wiescherhöfen“ wünscht sich, dass die höhengleichen Bahnübergänge endlich beseitigt werden.
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Auch er wartet: „Friedwart von Wiescherhöfen“ wünscht sich, dass die höhengleichen Bahnübergänge endlich beseitigt werden.

Kann das Verfahren um die Beseitigung der höhengleichen Bahnübergänge im Bereich Selmigerheide/Weetfeld beschleunigt werden? Ja, mit Hilfe aus Berlin - findet die CDU. Gesagt, getan.

Selmigerheide/Weetfeld – Nachdem die SPD vor wenigen Wochen ein – noch ergebnisoffenes – Gespräch mit MdB Michael Thews und Vertretern der Bahn geführt hatte, ist jetzt auch die CDU aktiv geworden und hat sich direkt an zwei Ministerien gewandt. In den Schreiben an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) macht Pelkums Fraktionschef Anton Harling auf zwei „besonders schwierige Situationen im Stadtbezirk Pelkum“ aufmerksam. Neben der Bahnübergangsbeseitigung geht es ihm nämlich auch um den Bau der B63n. Denn auch hier scheint es nicht so recht voran zu gehen. Harling hofft, im Zuge des Bundestagswahlkampfes vielleicht einen der beiden nach Hamm lotsen zu können. „Die Situation ist absolut unbefriedigend“, sprach er zahlreichen Anwohnern aus der Seele.

In dem Schreiben an Scheuer und Wüst weist der Politiker unter anderem auf die langen Schließzeiten der Bahnschranken von bis zu 40 Minuten in der Stunde und das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie hin, laut der der Baustart für die Beseitigung der Bahnübergänge 2025 sein sollte. Doch dann die Kehrtwende: „Besonders enttäuschend und nicht nachzuvollziehen ist es, dass die Deutsche Bahn frühestens Mitte 2022 die Planungsvereinbarung mit der Stadt Hamm zur Bahnübergangsbeseitigung unterzeichnen will. Die lärm- und staugeplagten Anwohner sind zurecht sauer. Sie werden wiederholt vertröstet.“

Beseitigung von Bahnübergängen

Acht höhengleiche Bahnübergänge in der Selmigerheide und in Weetfeld sollen aufgegeben und durch einen Tunnel (Provinzialstraße), eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke (Friedhofsweg) sowie durch eine Autobrücke (Wilhelm-Lange-Straße) ersetzt werden. Bis vor wenigen Wochen hatten Stadt und Bahn immer wieder betont, ab 2025 loslegen zu wollen und damit Hoffnungen bei den Bürgern geweckt. Im Frühjahr 2021 machte die Bahn dann aber einen Rückzieher.

Eine Beseitigung der Bahnübergänge ist aus Sicht des Fraktionschefs umso wichtiger, da es der politische Wille ist, möglichst viele Güter auf die Schiene zu bringen. Im Umkehrschluss bedeute dies jedoch für die Bahnübergänge: Wesentlich längere Schließzeiten, wesentlich kürzere Querungsmöglichkeiten für alle anderen Verkehrsteilnehmer, kein sinnvoller Einsatz des ÖPNV und eine weitere Trennung der örtlichen Strukturen. „Aus den vorgenannten Gründen bitte ich Sie, die Beseitigung der betreffenden Bahnübergänge zu Ihrem Anliegen zu erklären, die DB Netz AG aufzufordern die Planungsvereinbarung vorzulegen und die Beseitigung der höhengleichen Bahnübergänge auf den gesetzlichen Weg zu bringen“, spricht Harling die beiden Minister direkt an.

In engem Zusammenhang mit der BÜ-Beseitigung steht der Bau der B63n, da der geplante Tunnel im Bereich der Provinzialstraße direkt an die B 63n/K 13n angebunden werden soll. Sie ist im Bundesverkehrswegeplan erneut mit der Priorität „Vordringlicher Bedarf“ eingeordnet worden. Und: Der Verkehrswert der Straße sei acht Mal höher als die Kosten, so Harling, der zudem auf den geplanten Ausbau des Rangierbahnhofs zu einem Logistikzentrum verwies. „So sehr wir es begrüßen, dass immer mehr Güter auf die Schiene verlegt werden, bedarf es zwingend einiger Randbedingungen. Hierzu gehört der Bau der B 63n“.

Insgesamt kommt Harling, und das macht er Scheuer und Wüst gegenüber deutlich, zu dem Schluss, dass der „Bau der B63n wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt und eine Entlastung der Mitbürger ist. In diesem Sinne bitte ich Sie, sich ausdrücklich für den Bau dieser Straße einzusetzen.“ Beide Politiker lud Harling daher nach Hamm ein, um ihnen die jeweilige Situation an Ort und Stelle zu erläutern.

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