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Bahntrasse in Osterflierich: Gutachter gibt grünes Licht

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Nach Ausbau des Radweges könnte die Werler Straße (B63) auf der Grenze von Osterflierich und Hilbeck gefahrlos von Fußgängern und Radfahrern passiert werden. ▪
Nach Ausbau des Radweges könnte die Werler Straße (B63) auf der Grenze von Osterflierich und Hilbeck gefahrlos von Fußgängern und Radfahrern passiert werden. ▪ © Wiemer

OSTERFLIERICH ▪ „Der Artenschutz ist in keiner Weise tangiert, aus ökologischer Sicht ist die Trasse unbedenklich“, wie es Bezirksvorsteherin Doris Conrady zusammenfasste, oder „es gibt keine großen Probleme, was die Tier- und Pflanzenwelt angeht“, wie es Dietrich Wünnemann, Leiter des Arbeitskreises Umwelt des CDU-Kreisverbandes, nach einem Ortstermin an der ehemaligen Bahntrasse an der südlichen Stadtgrenze formulierte.

Damit sieht zumindest der Arbeitskreis grünes Licht für den Ausbau der stillgelegten Strecke zum Radweg. Ein Gutachter des Unternehmens LökPlan, die im Auftrag der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft NRW unter anderem den 6,8 Kilometer langen Abschnitt der Trasse in Hamm untersucht hat, erläuterte dem Arbeitskreis die Ergebnisse der Beobachtungen.

„Für uns besonders interessant ist, dass der Gutachter auch den bereits seit Jahren vorhandenen Radweg im Kreis Unna untersucht hat“, sagt Wünnemann. Dabei sei festgestellt worden, dass es im Vergleich zu dem zugewachsenen Abschnitt auf Hammer Gebiet kaum Unterschiede, wie etwa bei den Brutplätzen, gegeben habe. „Das hat uns verwundert“, sagt er und sieht Kritiker widerlegt. Gerade die durch das Projekt bedrohte Artenvielfalt auf der von der Natur zurückeroberten Trasse hatten die Naturschutzverbände und die Jägerschaft angeführt und die Fortführung des Radweges von Flierich über einen 6,8 Kilometer langen Abschnitt auf Hammer Stadtgebiet bis nach Welver abgelehnt. „Der Gutachter sagte, die Tiere gewöhnen sich an die Menschen“, erklärt Wünnemann. Den Schutz sensibler Stellen hält er allerdings für sinnvoll. Das gilt insbesondere für den Abschnitt östlich der Bundesstraße 63, der Naturschutzgebiet ist. In diesem Bereich soll der Radweg auf der parallel verlaufenden Pentlinger Straße weitergeführt werden. Im Rahmen des Landesprogramms „Alleenradwege auf stillgelegten Bahnstrecken NRW“ würde nur der westliche Abschnitt auf der Trasse als Radweg ausgebaut.

Dabei kommt der Brücke der B 63 über das einstige Gleisbett eine besondere Bedeutung zu. „Wir haben aus nächster Nähe mitbekommen, wie gefährlich für Fußgänger und Radfahrer die Überquerung der Werler Straße ist“, sagt Bezirksvorsteherin Doris Conrady. Nach dem Ausbau des Radweges könnte der Bereich gefahrlos unterquert werden.

Die Ergebnisse des Gutachters waren bereits vor einem Jahr angekündigt worden. Nachdem sie nach Verzögerungen vorlagen, hat die Stadtverwaltung aber zunächst keine Details genannt, sondern auf die Ausarbeitung einer Beschlussvorlage verwiesen. Die soll in der Bezirksvertretung Rhynern in der Sitzung am 9. Dezember beraten werden. „Ich habe den Gutachter gebeten, dann auch uns die Ergebnisse vorzustellen“, sagt die Bezirksvorsteherin. „Es kann nur von Vorteil sein, wenn wir den überregionalen Radweg haben. Viele nutzen schon die ausgebaute Strecke im Kreis Unna und sind erstaunt, wenn sie in Hamm zu Ende ist.“ ▪ ha

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