Halbzeit bei Bahnstrecken-Erneuerung nach Dortmund

Gelber Gigant saniert kaputte Gleise bei Hamm

+

Hamm - Mit einer 800 Tonnen schweren und 700 Meter langen Gleisbaumaschine bringt die Deutsche Bahn die stark beanspruchte Strecke zwischen Hamm und Dortmund wieder in Form. Zur Halbzeit sieht man sich super im Plan.

Derzeit lägen die Arbeiten im Plan, sagte ein Bahnsprecher. Für eventuelle Verzögerungen seien noch Zeitpuffer eingeplant. Zufrieden sei man auch mit Umleitungs- und Schienenersatzverkehr. Die Busse seien nicht ausgelastet, so der Sprecher. Für die steigenden Fahrgastzahlen nach den Sommerferien sehe man sich deshalb gerüstet.

Die Strecke gilt als eine der bundesweit am stärksten belasteten. Gut 600 Züge verkehren täglich zwischen Hamm und Dortmund. Der Intercity-Express jagt hier mit Tempo 160 durch, dazu kommen der dichte Regionalverkehr und die ellenlangen Güterzüge. 400 Tonnen wiege ein Zug durchschnittlich, rechnet der Bahnsprecher vor. Das bedeute eine tägliche Belastung von 2 400 Tonnen, die auf die Gleise einwirke, und eine jährliche von 87,6 Millionen Tonnen. Die Schienen seien einfach heruntergefahren.

Riesige Gleisbaumaschine zwischen Hamm und Dortmund

Für Abhilfe sorgt „Katharina die Große“, eine riesige Gleisbaumaschine. 200 Meter lang und 800 Tonnen schwer ist die Apparatur, mit den Transportwagen für Baustoffe und Abraum misst der gesamte Zug gut 700 Meter. Eine 25-köpfige Besatzung und 41 automatische Förderbänder sorgen dafür, dass die Maschine reibungslos funktioniert.

Als der gelbe Gigant die Günterstraße in Lohauserholz passiert, nimmt Andreas Dahlmann sich Zeit für ein paar Erläuterungen. Der 50-Jährige ist Oberbauleiter beim Berliner Eisenbahnbauunternehmen Spitzke, das seine Katharina über die Hammer Gleise schickt. Mit dem Gerät, sagt Dahlmann, werde gerade die Tragschicht unter den Schienen erneuert.

So arbeitet „Katharina die Große“: Die Gleisbaumaschine der Berliner Firma Spitzke hebt den Gleisstrang an, Schotter und Unterboden werden aufgenommen und per Förderkette abtransportiert, dahinter wird eine neue Tragschicht aufgefüllt.

Der Schienenstrang wird dabei angehoben, alter Schotter und Untergrund werden per Förderkette entfernt und auf die angehängten Transportwagen geladen – 4000 Tonnen täglich. Gleichzeitig wird eine wasserdichte Folie ausgerollt und die neue Tragschicht aufgetragen; das Material dafür befindet sich in weiteren Transportwagen und kommt ebenfalls per Förderkette unters Gleis. „Katharina“ verfügt über 41 automatische Förderbänder. Der neue Schotter werde später mit einer weiteren Gleisbaumaschine ausgebracht, sagt Dahlmann.

Der Einsatz der Maschine ist aus Sicht der Bahn zwar teuer, aber alternativlos. Einige Abschnitte der Strecke saniere man auch konventionell, sagt Mischa Wiese, Projektleiter bei der DB Netz AG.

Weitere Sperrungen wahrscheinlich

Wenn die Strecke am 10. September wieder voll befahren wird, bleibt für die Bahn immer noch einiges zu tun. 128 weitere Oberleitungsmasten müssen bis 2020 erneuert werden. Dafür sind in den kommenden Monaten und Jahren immer wieder kurzfristige Sperrungen erforderlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare