Es tut sich was!

Bahn baut 5,6 Kilometer Schallschutz - Arbeiten an drei Strecken in Pelkum

In Höhe der Robert-Koch-Straße fehlt noch ein Teil des Lärmschutzes auf der südlichen Bahnseite.
+
Noch nicht komplett: In Höhe der Robert-Koch-Straße fehlt noch ein Teil des Lärmschutzes auf der südlichen Bahnseite.

An drei der vier Bahnstrecken, die den Hammer Stadtbezirk Pelkum queren, tut sich etwas. Bis Anfang 2022 will die Deutsche Bahn rund 5,6 Kilometer Schallschutz gebaut haben.

Pelkum/Wiescherhöfen – Bei der einen Lärmsanierung sind erhebliche Verzögerungen eingetreten, die andere steht unmittelbar bevor und die dritte ist fürs kommende Jahr geplant. Für die vierte gibt es noch keinen konkreten Zeitplan. Hier die Strecken im Einzelnen:

Hamm-Osterfeld

Hier laufen die Arbeiten für rund 3,3 Kilometer Schallschutz zwischen den Bahnübergängen Sandbochumer Straße und Wielandstraße seit Ende 2019. Und eigentlich sollten sie Ende Juli abgeschlossen sein. Doch aktuell wird in Höhe der Robert-Koch-Straße immer noch gebaut. Über Monate habe sich dort, so ein Anwohner, nichts getan. Erst vor wenigen Tagen habe eine neue Firma damit begonnen, die fehlenden Schallschutzwände einzubauen.

Wie eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage unserer Zeitung sagte, ist es im dritten Bauabschnitt zu „betrieblichen Verzögerungen“ gekommen, sodass man kurzfristig eine neue Sperrpause habe einrichten müssen. „Der dritte Abschnitt kann nun am 9. Oktober fertiggestellt werden“, sagte sie. In den anderen Bereichen sei man bereits durch.

Allein in diese Maßnahme investiert die Bahn rund 7,3 Millionen Euro.

Hamm-Dortmund

Nördlich des Bahnübergangs Friedhofsweg und bis nördlich der Eisenbahnüberführung Weetfelder Straße entsteht ein rund 500 Meter langer Lärmschutz. Dazu müssen 116 Gründungsrohre eingerammt und anschließend die Stützen und Sockel für die eigentlichen Wände eingesetzt werden. Seit Juni fänden, so die Bahnsprecherin weiter, umfangreiche Vorarbeiten statt.

Die Gründungsarbeiten sollen nach Angaben der Bahn am 9. Oktober starten. „Nach aktuellem Stand erfolgt das Einbringen der Gründungsrohre ab dem 11. Oktober und endet am 22. Oktober. Die Arbeiten werden in nächtlichen Sperrpausen zwischen 22.30 und 4.40 Uhr ausgeführt“, so die Bahnsprecherin, die zudem ankündigte, dass die erforderliche Anwohner-Info „in Vorbereitung ist und fristgerecht verteilt wird.“ In den nachfolgenden Sperrpausen bis zum 30. November sollen dann die Wände aufgerichtet werden.

Eine besondere Herausforderung stellt das „Sonderbauwerk Weetfelder Straße“ dar, wofür voraussichtlich im Dezember eine Straßensperre eingerichtet werden muss. Das ist deshalb erforderlich, weil sich hier eine Eisenbahnunterführung befindet. Bei dem Sonderbauwerk handelt es sich um einen Stahlhohlkastenträger. Mit seiner Hilfe soll der Schallschutz über die Brücke geführt werden.

Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf etwa 1,7 Millionen Euro.

Hamm-Unna

Zwischen dem Baumhofweg 12 und In der Haferheide 8 sowie zwischen Zum Wiescherbach 5 und An der Spierkuhle 2 sind zwei 988 Meter beziehungsweise 836 Meter lange Schallschutzwände geplant. Die Aufstellung soll in Zusammenhang mit der Errichtung von Schallschutzwänden an der Strecke Hamm-Soest in Westtünnen erfolgen Hier soll es Mitte kommenden Jahres losgehen. Die Bahn geht davon aus, dass sich die Gesamtmaßnahme bis Anfang 2022 hinziehen wird.

In der Selmigerheide und in Westtünnen fließen insgesamt rund 8,4 Millionen Euro in den aktiven Schallschutz.

Hier sowie an denen anderen Strecken ist auch ein passiver Schallschutz – zum Beispiel Fenster – möglich. An der Strecke Hamm-Osterfeld sind 502 Wohnungseinheiten förderfähig. Die Bewohner müssen dort lediglich 25 Prozent der Kosten für passive Schallschutzmaßnahmen zahlen. Die betroffenen Haushalte wurden Ende April von einem von der Bahn beauftragten Ingenieurbüro angeschrieben und informiert. Demnächst erhalten die Familien in den förderfähigen Häusern entlang der Strecke Hamm-Dortmund Post, Mitte/Ende 2021 auch die förderfähigen Objekte an der Strecke Hamm-Unna.

Hamm-Soest

Auch im Bereich Lohauserholz ist ein Lärmschutz geplant. Zeitpunkt und Kosten für diese Maßnahme stehen noch nicht fest.

Die Lärmsanierung

Seit 1999 wird die „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ von der Bundesregierung gefördert. Damit wurde die finanzielle Möglichkeit geschaffen, Schallschutzmaßnahmen entlang vorhandener Schienenwege umzusetzen. Seit dem Start des Programms haben Bund und Bahn über 1,4 Milliarden Euro in die Lärmsanierung investiert. „Allein im Jahr 2018 konnten so rund 45 Kilometer Schallschutzwände fertiggestellt und zirka 2 200 Wohnungen mit passivem Lärmschutz ausgestattet werden“, teilte die Deutsche Bahn mit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare