Kabarettistisches mit Stefan Keim

+
Stefan Keim war Gast auf Schloss Ermelinghof.

HAMM - Wenn der „agrarische Frühling im Hühnerstall“ gefordert wird und Kommunalpolitiker noch im Sarg SMS lesen, dann verspricht der Abend Skurrilität und einen amüsant-verrückten Autoren. Von katharina Bellgardt.

Im zweiten „Literarischen Salon“ dieses Jahres war Stefan Keim zu Gast. Der Kulturjournalist, Schauspieler, Dozent und Regisseur stellte rund 50 Besuchern sein Programm „Hof, Huhn und Hölle“ auf Schloss Ermelingshof vor und schützte dabei weder Biobauernhöfe noch den Vatikan vor Spott.

Neben dem prasselnden Kaminfeuer im ehemaligen Rittergut fabulierte, musizierte und las Keim selbstgeschriebene Geschichte aus den verschiedensten Spielarten des Krimis und begeisterte das Publikum. Ob er dabei für die Unterhaltung wirklich der Unterstützung seines altmodischen Keyboards und gesanglich und textlich eher wild interpretierten Versionen von Musik-Klassikern bedurfte, bleibt ungewiss.

Im Salon von Walburga und Christoph von Aretin konnten die Zuschauer eine äußerst lustige Interpretation der Gattung Krimi im Westfälischen mit einem Glas Wasser oder Wein in der Hand genießen und als willkommene Abwechslung zum Schnee einen Einblick in das Haus Ermelinghof mit all seinen Porträts, Verzierungen und der beeindruckenden hölzernen Decke gewinnen.

„Hof, Huhn und Hölle“ war sehr kurzweilig: Mal trat Keim als Kriminalkommissar aus Hövel auf, der vor dem „Killerwitz“ warnte, dann lockte er die Fantasie der Zuschauer in den Hühnerstall, indem die Hennen mit Hilfe von speziell ausgebildeten Küken und Günter Wallraff – natürlich inkognito – einen Aufstand gegen die Legebatterie wagten oder verlegte Thriller à la Dan Brown nach Paderborn.

Die Gäste des „Literarischen Salons“ erfreuten sich sichtlich an seinen kuriosen Pointen. Keim bezog sein Publikum immer wieder ein, verarbeitete die verschiedenen Zwischenrufe kreativ in seinem Programm und erschuf einen vergnüglichen Abend mit beeindruckendem Wissen rund um Westfalen und Hamm.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare