Corona

Autohaus Franken profitiert in der Pandemie von Freiflächen-Erwerb

Julius Franken steht an seinem Autohaus
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Steuert das Autohaus durch die Pandemie: Julius Franken.

Autos so weit das Auge reicht stehen derzeit auf dem Firmengelände des Autohauses Julius Franken an der Hohen Straße. Was positiv für diese Branche klingt, ist eine Auswirkung der Corona-Pandemie.

Hamm - Denn nicht nur, dass die Ausstellungsräume für Kunden geschlossen sind, auch die Auslieferung von Fahrzeugen läuft derzeit anders ab. Die Gesamtsituation wirkt sich daher auch auf die Baupläne des Autohauses am Stammhaus an der Hohen Straße sowie an der Nutzfahrzeug-Filiale an der Richard-Wagner-Straße aus.

Rückblick: Nachdem das Möbelhaus „Rüther und Hübner“ zwischen Schwarzer Weg und Feidikstraße abgerissen wurde, kaufte Julius Franken das Gelände und ließ es pflastern. Überlegungen, was man mit der neuen Freifläche anfangen möchte, gab es einige. „Wir haben einmal die Gelegenheit zu erweitern, deshalb muss die Entscheidung gut gewählt sein“, sagte Julius Franken damals schon. Die Ideen für eine Bebauung wurden in der Zeit danach konkreter, doch dann kam Corona. „Wir sind froh, dass wir die Fläche jetzt haben“, sagt der Geschäftsführer. Denn neben Kundenfahrzeugen und Autos, die in der Werkstatt von Franken repariert werden sollen, stehen dort derzeit auch etliche Neufahrzeuge, die auf die Auslieferung warten.

„Die Kunden warten aktuell ab“, erklärt Franken. Trotz eines entsprechenden Hygienekonzeptes seien viele Leute zurückhaltender, wenn es um die persönliche Übergabe und eine ausführliche Erklärung eines Fahrzeugs gehe. Auch dass die Kfz-Zulassung derzeit schwieriger sei, wirke sich aus. Nicht zuletzt deshalb, sei mittlerweile sogar die Fahrzeugübergabe kontaktlos möglich – per Autotresor. Weil dies aber nicht jeder Kunde auch möchte, sei die Größe des Parkplatzes derzeit ein großer Pluspunkt. Langfristig sei eine Bebauung angedacht, eine Fremdvermietung schließt der Geschäftsführer aber aus.

Nutzfahrzeuge-Erweiterung ist aufgeschoben

Bis auf Weiteres aufgeschoben sind auch die Pläne für „Nutzfahrzeuge Franken“ an der Richard-Wagner-Straße. Rund zwei Jahre ist es her, dass die benachbarte Garagenanlage für eine Firmenerweiterung abgerissen wurde. Auch diese Fläche wurde gepflastert. Neben der Erweiterung sollte auch das Gebäude mit den Verkaufsräumen vergrößert und modernisiert werden. Dass Letzteres noch nicht umgesetzt wurde, liegt ebenfalls in den Auswirkungen der Coronapandemie begründet.

„Der Bauantrag wurde im Februar 2020 genehmigt“, erklärt der Geschäftsführer, der insgesamt drei Filialen in Hamm hat. Mit Corona hätten sich jedoch die Prioritäten verschoben. „Wir haben jetzt die Verpflichtung gegenüber unseren Mitarbeitern und Kunden, statt Investitionen voranzutreiben“, betont der Autohauschef. Wichtiger als ein schönes Gebäude sei es wegen der Coronapandemie, die Arbeitsplätze zu sichern und den Mitarbeitern – von denen aktuell viele in Kurzarbeit sind – entgegenzukommen.

Keinem Mitarbeiter wurde wegen Corona gekündigt

„Wir haben keinem Mitarbeiter wegen Corona gekündigt“, so der Geschäftsführer und Vorgesetzte von rund 100 Mitarbeitern an den beiden Standort in Mitte sowie einem in Herringen. Auch habe man trotz der finanziellen Auswirkungen der Coronapandemie das Sponsoring für Vereine sowie das soziale Engagement innerhalb von Hamm fortgesetzt, betont Julius Franken. Die Pläne für die Filiale an der Richard-Wagner-Straße sollen zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden. Vorangetrieben hat die Coronasituation allerdings eines: die Digitalisierung. Denn die macht auch beim Autoverkauf nicht halt, der immer öfter digital stattfindet. „Uns ist nichts anderes übrig geblieben“, sagt Franken über die Anpassungen.

Insgesamt spürt das Autohaus Franken die finanziellen Auswirkungen von Corona, gefährdet sei der Fortbestand des Hammer Traditionshauses – Franken gibt es seit 1932 in Hamm – aber nicht. „Es wird weitergehen“, betont Julius Franken, der sein Unternehmen in der Pandemie auch breiter aufstellte. Denn neben dem Handel mit VW- und Audi-Fahrzeugen bietet das Autohaus seit Ende 2020 an der Hohen Straße neben dem Reparaturservice für Audi und VW auch einen Werkstattservice für Skoda an.

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