Autofahrer zu vorbildlich?

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Kurioserweise sorgt das absolut vorbildliche Verhalten von Autofahrern bei Erzieherinnen wie Lehrern manchmal für Kopfzerbrechen. Begeben sie sich mit einer größeren Gruppe Kinder in den Straßenverkehr, löst der Anblick bei den meisten Verkehrsteilnehmern den unwillkürlichen Reflex aus, das Tempo zu drosseln. Das Verkehrserziehungsmantra „Immer wenn Sie Kinder sehen muss der Fuß zur Bremse gehen“ wurde offenbar perfekt verinnerlicht.

Für Erzieher und Pädagogen bedeutet das allerdings: Das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu proben, wenn sich alle Autofahrer unalltäglich verhalten ist schwierig. „Ich winke die Autofahrer immer schon weiter, wenn sie wieder halten, um eine Gruppe die Straße passieren zu lassen“, schilderte jüngst die Leiterin einer Kindertageseinrichtung in Werries Leo ihr paradoxes Dilemma. Noch freundlicher und rücksichtsvoller reagierten die Autofahrer, wenn die Kinder auch noch in Begleitung eines Polizisten seien, beispielsweise, wenn sie den Kids-Führerschein absolvierten. Erst vor ein paar Tagen hielt eine erboste Autofahrerin neben der Einrichtungsleiterin aus Werries, die eine Gruppe Vorschulkinder auf den Schulweg vorbereiten wollte. Thema des Tages sollte das vorsichtige Überqueren von Straßen, an denen Fußgängerampeln fehlen, sein. „Können sie mit den Kindern nicht bis zur nächsten Ampel gehen?“ Kommentierte die wütende Autofahrerin die Lehrstunde. Bleibt zu hoffen, dass sie ähnlich aufmerksam bleibt, wenn ihr einzelne Kinder ohne erwachsene Begleitung begegnen. Denn genau die sind auf die Aufmerksamkeit und Rücksicht aller angewiesen, meint Leo Hammer

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