Grüne wollen bessere Markierung

Autofahrer ignorieren Schutzstreifen: Radfahrer im Hammer Süden leben gefährlich

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Die für Radfahrer abgetrennte Spur auf der Goethestraße wird von den meisten Autos und Lastwagen überfahren.

Hamm – Ein abmarkierter und rund 85 Meter langer Abschnitt auf der Goethestraße ab der Kreuzung Alleestraße soll dafür sorgen, dass Radfahrer die vierspurige Straße sicher befahren können. Eigentlich. Denn von Autofahrern wird die durchgezogene Linie regelmäßig überfahren.

Vor allem Rechts- und Linksabbieger, die von der Alleestraße kommen, ignorieren die Fahrradspur beharrlich. Das hat zur Folge, dass Lkw, Busse und Pkw teilweise mit sehr geringem Abstand und hohem Tempo an den Radlern vorbeirauschen.

Eine Gefahr für die Fahrradfahrer, finden die Grünen in der Bezirksvertretung Mitte. Sie fordern deshalb in einem Antrag, dass die Markierung erneuert, die Fahrradspur rot eingefärbt und mit einem Radfahrer-Piktogramm versehen wird. „Aus Süden von der Richard-Wagner-Straße kommende Autofahrer überfahren die Radspur regelmäßig, was die abgefahrene Markierung deutlich belegt“, heißt es in dem Antrag. Durch die bessere Sichtbarkeit des Fahrradstreifens solle die Sicherheit für Radler erhöht werden.

Einrichtung geschützte Fahrradstreifen vorbereiten

Zudem soll zur Vorbereitung der Umsetzung des Radverkehrsgesetzes NRW die Verwaltung beauftragt werden, die Einrichtung geschützter Fahrradstreifen auf der Richard-Wagner- und Goethestraße planerisch vorzubereiten, um dann „wahrscheinlich vorhandenen“ Fördermittel schnell abrufen zu können.

Klimanotstand: Radler geraten trotzdem unter die Räder

Ob für solche Schutzstreifen, die auch als „protected bike lanes“ bezeichnet werden und insbesondere in Kopenhagen und den Niederlanden populär sind, überhaupt Platz ist, bezweifeln Planer. Und auch in der Verwaltung ging der Daumen bei dem Vorschlag, den die Grünen immer wieder eingebracht haben, schon mehrfach nach unten.

Schwerlastverkehr nicht verlagerbar?

Eine von jeweils zwei Fahrspuren für den Radverkehr zu opfern sei nicht möglich. Das Verkehrsaufkommen sei an dieser Stelle schlicht zu hoch, sagt Christian Breßler, Leiter des Sachgebietes Verkehrstechnik und -lenkung bei der Stadt. „Wir haben viel Schwerlastverkehr an dieser Stelle, den wir nicht anders durch Hamm leiten können. Alle alternativen Strecken fallen dafür aus“, sagt Breßler. An den anderen Nord-Süd-Achsen reiche die Tragfähigkeit der Brücken – etwa an der Fährstraße – nicht aus. Und: „Weil es sich bei der B 63 um eine Bundesstraße handelt, können wir das Befahren mit Lkw auch nicht einfach so verbieten.“

Überlegungen, die Goethestraße, die ab 1974 im Vorgriff auf die kommunale Neuordnung ausgebaut wurde, wieder zurückzubauen, gab es in der Vergangenheit tatsächlich immer wieder. Zuletzt, als der Masterplan Verkehr 2007 vorgestellt wurde. Damals wurden bauliche Veränderungen allerdings an die Realisierung der B 63n geknüpft. Und bis die kommt, dauert es bekanntlich noch eine ganze Weile.

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