Offenbar Keyless-Go-System von Luxuswagen ausgetrickst

Fette Beute im Hammer Westen: Plötzlich war der Spyder weg!

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Ein Audi R8 Spyder, ähnlich diesem, der auf der IAA gezeigt wurde, ist jetzt im Hammer Westen gestohlen worden.

Hamm - Sie brauchten wohl nur wenige Sekunden und benutzten statt eines Brecheisens einen Laptop: Die Rede ist von vermutlich hochprofessionellen Autodieben, die im Hammer Westen fette Beute machten.

Am Mittwoch zwischen 12.30 und 16.30 Uhr stahlen sie an der Beukenbergstraße einen 150.000 Euro teuren Luxussportwagen vom Typ Audi R8 Spyder. Auch die Polizei schließt nicht aus, dass die Täter zum Kreis der so genannten Keyless-Go-Mafia zählen und nicht zum ersten Mal in Hamm auf Beutezug gewesen sind.

Keyless-Go-Systeme sind heute in nahezu allen hochwertigen Autos verbaut. Der Name sagt es schon: Um das das Auto zu starten und zu öffnen, braucht man den Schlüssel nicht mehr in ein Schloss zu stecken. Per Funk wird von ihm ein Signal gesendet; die Türen öffnen sich, und der Motor startet, wenn sich der Halter seinem Fahrzeug nähert und den Schlüssel in der Tasche hat.

Auch der Audi R8 war mit dieser Technik ausgestattet, ebenso sieben weitere hochpreisige Autos, die in diesem Jahr in Hamm gestohlen wurden. Zuletzt verschwanden im November in Ostwennemar drei teure Mercedes-Modelle. In keinem Fall wurde bislang ein Täter ermittelt, die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen.

Das Keyless-go-Prinzip.

Systeme leicht zu überlisten

Das Problem der schlüssellosen Technik: Wer Übles im Schilde führt, kann die Systeme offenbar spielend einfach überlisten. Liegt der Schlüssel des Halters nämlich bei sich zu Hause auf dem Küchentisch oder der Kommode und steht das Auto nicht allzu weit entfernt vor der Haustür, kann mittels eines Funksignalverstärkers die Technik übertölpelt werden. Das Auto „denkt“, der Fahrer würde sich nähern, und beim Berühren des Türgriffs durch den Dieb springt der Motor an.

Bisweilen wird den Autohaltern deshalb empfohlen, ihre Wagenschlüssel bei sich zu Hause in einem Metallkasten (notfalls im Kühlschrank) aufzubewahren, um die Funkwellen abzuschirmen. Entsprechende Anleitungsvideos sind im Internet zu finden.

Zweiter Start nicht möglich

Bleibt die Frage, wie die Täter nach dem Start verfahren. Klar ist, dass sie den Wagen nicht ein zweites Mal starten können, wenn sie sich erst vom Haus ihres Opfers entfernt haben. Die Stop-and-go- Technik lässt sich zwar einfach ausschalten, bleibt aber das Problem der polizeilichen Fahndungsmaßnahmen. Um hier durchs Netz zu schlüpfen, ist denkbar, dass die Autos nach kurzer Strecke auf einen Sattelzug mit undurchsichtiger Plane aufgeladen werden.

Hinweise zum konkreten Fall nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02381/916-0 entgegen.

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Weitere Audis gestohlen

Im Nachgang zum oben genannten Fall meldete die Hammer Polizei am Freitag den Diebstahl zweier weiterer Audis in Werries. 

Einen schwarzen Audi Q5 stahlen Unbekannte in der Zeit zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen von einem Privatgrundstück am Buchsbaumweg. Das SUV hatte Hammer Kennzeichen.

Einen weißen Audi A5 Sportback stahlen Unbekannte in der Zeit zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen von einem Grundstück am Sadebaumweg. Das Coupé hatte ebenfalls Hammer Kennzeichen.

Ob es sich auch in diesen Fällen um Pkw mit Keyless-Go-System handelt, war zunächst noch unklar.

Auch hier bittet die Polizei um Hinweise unter 916-0.

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