Fiese Pflanze

Einsatz neben der Leitplanke: Autobahn-Meistereien bekämpfen Herkulesstaude

Die Herkulesstaude verursacht Hautverbrennungen.
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Die Herkulesstaude wächst großflächig dicht bis an die Fahrbahnen heran.

Die Natur schlägt zu: Das gilt im Großen wie im vermeintlich Kleinen. Eine fiese Pflanze macht es uns im Sommer zunehmend schwer.

Hamm – Wenn die Natur im Sommer in voller Blüte steht, rücken die Straßenmeistereien mit den Mähfahrzeugen aus. Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, das Gras rechts und links der Fahrbahn kurz zu halten. So genannte invasive Arten – also Pflanzen, die nicht heimisch sind – können eine Gefahr darstellen.

Herkulesstaude kann Verbrennungen verursachen

Wie die Herkulesstaude, die bei Berührung schwerste Hautverbrennungen verursachen kann. Das macht die Pflanze, auch als Riesenbärenklau bekannt, zu einer potenziellen Gefahr. „Diese nicht heimischen Pflanzenarten müssen rechtzeitig bekämpft werden, um Verletzungen und eine unkontrollierte Verbreitung zu verhindern“, erklärt Klaus Altmiks, Teamleiter Landschaftspflegerische Ausführung Geschäftsbereich Bau und Erhaltung bei der Autobahn Westfalen.

Herkulesstaude hat stolze, aber gefährliche Pracht

Mit ihrer prächtigen weißen Blüte wirkt die Zierpflanze mit einer Höhe von bis zu dreieinhalb Metern eher imposant als bedrohlich. Doch das Gefahrenpotenzial liegt gerade in der Größe – und dem Saft der ursprünglich aus dem Kaukasus stammenden Pflanze, der in Verbindung mit Sonnenlicht bei Berührungen Hautverbrennungen verursachen kann.

Die Pflanze wird sowohl mechanisch als auch chemisch bekämpft. „Dafür werden Wurzeln durchstochen und Flächen gemäht, aber punktuell auch Herbizide angewendet. Dabei gilt generell der Grundsatz, so wenig Chemie wie möglich einzusetzen“, erklärt Stephan Rex, Geschäftsbereich Bau und Erhaltung bei der Autobahn Westfalen.

Dafür verwendet die Autobahn Westfalen Präparate, die von der Pflanzenschutzbehörde genehmigt sind und den unterhalb der Stauden liegenden Rasen nicht beschädigen. Das Mittel wird direkt auf die Blätter der Pflanze gestrichen oder gesprüht, die Blätter nehmen es auf, sterben ab und die Pflanze geht ein. Wichtig ist, dass diese Arbeiten vor der Blütenbildung stattfinden. Die Autobahn Westfalen beauftragt damit Garten- und Landschaftsbauunternehmen, die sich auf diese Arbeiten spezialisiert haben.

Auch andere nicht heimische Pflanzen beschäftigen die Straßenwärter der Autobahn Westfalen bis in den Herbst hinein. Der Japanische Staudenknöterich muss zum Beispiel mehrmals im Jahr gemäht werden. Er wächst schnell und ist wurzelausläuferbildend, aber nicht gefährlich für Menschen. Jedoch überwuchert er Verkehrsschilder, nimmt Fahrern zum Beispiel in Auf- und Abfahrten die Sicht und verdrängt darüber hinaus die heimische Flora. Er ist häufig auf den Mittelstreifen zu finden.

Ebenfalls im Visier der Meistereien ist das Jakobskreuzkraut. Hier handelt es sich zwar um eine heimische Pflanze, sie ist aber eine Gefahr für Weidetiere, weil sie Substanzen enthält, die durch Nahrungsaufnahme zu Lebervergiftungen führen kann.

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