Auszeichnung für Einsatz gegen Nazi-Juristen

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Klaus Engels und Andrea Peckedrath stellen den neuen Kunstpreis der Arnold-Freymuth-Gesellschaft vor.

Hamm - Die „Ungesühnte Nazijustiz“ aufzuklären, ist Reinhard Strecker seit Ende der 1950er Jahre ein Anliegen. Damals erregte der 1930 geborene Politaktivist mit der gleichnamigen Ausstellung Aufsehen. Ihm wird am Sonntag, 27. November, der Preis der Arnold-Freymuth-Gesellschaft verliehen. Der Festakt beginnt um 11 Uhr im Gustav-Lübcke-Museum.

Strecker prangerte viele Staatsanwälte und Richter an, die während der Zeit des Nationalsozialismus für sogenannte „Bluturteile“ verantwortlich waren und die trotzdem in der Nachkriegs-Bundesrepublik wieder hohe und höchste Ämter in der Justiz bekleideten.

Die mangelnde juristische Aufbereitung nationalsozialistischer Medizin- und Justizverbrechen machte Strecker zum Inhalt von zwei Petitionen an den Deutschen Bundestag, außerdem erstattete er Strafanzeige gegen 49 wieder amtierende ehemalige NS-Richter.

„Das führte zu einer Änderung des Deutschen Richtergesetzes“, sagt Klaus Engels, Geschäftsführer der Arnold-Freymuth-Gesellschaft: „Die vorzeitige Pensionierung politisch belasteter Richter wurde möglich – natürlich bei vollen Bezügen.“

Laudator der Preisverleihung ist Michael Kohlstruck vom Berliner Institut für Antisemitismusforschung. Der CDU-Politiker Ruprecht Polenz thematisiert in seiner Festrede die Herausforderung, wie man mit Rechtspopulismus umgehen sollte.

Mit Andrea Peckedrath hat erneut eine Hammer Künstlerin den Preis geschaffen, der Strecker überreicht wird: „Freiräume“ heißt das rund 1,20 Meter mal zehn Zentimeter große Holz, auf das Peckedrath sechs Figurationen aus Asche und Papier installiert hat.

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