Ratten in Hamm: Keine Plage - keine Probleme?

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Symbolbild

Hamm - Wo Menschen sind, ist Rattus norvegicus nicht weit. Die Wanderratte gilt als weltweit erfolgreichster Kulturfolger des Tierreichs, als Nahrungsschädling und Krankheitsüberträger. Mit Giftködern versucht man die Population in Schach zu halten. Auch in Hamm.

Dass Baumärkten und Landhändlern gerade die Giftbestände ausgehen, weil der Gesetzgeber die Bestimmungen für Privatleute verschärft hat, hält man bei der Stadt Hamm, beim Lippeverband und bei Schädlingsbekämpfern allerdings für nicht so dramatisch. Wie viele Ratten es in Hamm gibt, weiß niemand. Wo sie auftauchen, ist der Grundstückseigentümer für die Bekämpfung zuständig.

Selbsthilfe war lange Zeit üblich, ist mittlerweile aber schwierig: Wer Rattengift einsetzt, braucht dafür seit 2013 einen Sachkundenachweis. Darüber hinaus sind einige gängige Mittel seit dem 1. März 2018 vom Markt genommen, weil sie zu hoch dosiert waren. Falsch ausgebracht landet das Gift bei Wild- und Haustieren und im schlimmsten Fall bei Kindern.

Nur ein Schädlingsbekämpfer in Hamm

Für Ulrich Witzig sind Ratten das Alltagsgeschäft. Der Schädlingsbekämpfer aus Hamm-Osten ist nach eigener Darstellung der einzige seiner Zunft in Hamm. Alle anderen hier tätigen Unternehmen reisen von außerhalb an. Rattengift, meint er, gehört tatsächlich nicht in jedermanns Hände. Viele Anwender hätten die Mittel nicht richtig eingesetzt, weshalb die Ratten nicht beseitigt und sogar resistent geworden seien. Ausgebildete Fachleute hätten da einen anderen Blick: „Wenn die Heizung kaputt ist, rufen Sie ja auch den Klempner.“

Eine Rattenplage sieht Witzig durch niedriger dosierte Mittel, Lieferschwierigkeiten des Handels und Sachkundenachweis für Laien nicht auf Hamm zukommen. Und auch bei der Stadt und beim Lippeverband ist man bei dieser Frage ganz gelassen. Beide verlassen sich auf Fachfirmen. Der Lippeverband beispielsweise lässt sein Kanalnetz regelmäßig überprüfen. Einmal im Jahr werde alles „beködert“, sagt ein Sprecher: 800 Kilometer Abwasserkanäle und 25.000 Schächte. „Hotspots“ würden natürlich separat bekämpft, so der Verbandssprecher. Feste Adressen gebe es nicht; Ratten seien sehr mobile Tiere.

Die Stadt sieht in Hamm kein Rattenproblem. Die Tiere kämen immer wieder und ließen sich wohl nie endgültig vertreiben, sagte ein Sprecher. Wo der Müll nicht ordentlich verschlossen werde, kämen eben Ratten. Es gebe aber keine problematischen Bereiche. Wenn die Tiere auftauchen, rate man, einen Schädlingsbekämpfer hinzuzuziehen.

Ansprechpartner bei Ratten im Kanalnetz ist der Lippeverband (Telefon 9026229). Bei unsachgemäß gelagertem Müll, der Ratten anziehen könnte, ist es das Umweltamt (17-7140 und -7143) und bei Ratten in Parkanlagen das Grünflächenamt (17-4729).

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