Aussteigerkonzept für radikale Jugendliche

HAMM - Die Stadtverwaltung wird gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) ein neues Aussteigerkonzept zur Eindämmung von Radikalisierung Jugendlicher entwickeln und erproben.

Anders als in anderen Großstädten lebten laut Gutachten die rechtsextremen Akteure in Hamm nicht in den Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil und hoher Arbeitslosigkeit. Sehr wohl aber hätten die lokalen rechtsextremen Akteure genau dort ihre Aktivitätszentren. Zur großen Ansicht bitte hier klicken.

Der Kinder- und Jugendhilfeausschuss beschloss am Montag ein entsprechendes Modellprojekt mit dem Namen „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“.

Das Projekt soll am 1. März starten. Die Finanzierung ist zunächst bis zum Ende 2019 gesichert. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 785 000 Euro, wovon die Stadt Hamm 20 Prozent (157 000 Euro) übernehmen wird. 80 Prozent werden aus Bundesmitteln aufgebracht. Während des gesamten Projektzeitraums werden 1,5 pädagogische und wissenschaftliche Fachkräfte kontinuierlich tätig sein. Auf Nachfrage hieß es, eine Stelle werde Dr. Claudia Luzar übernehmen. Die aus Hamm stammende Wissenschaftlerin am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld hatte im Auftrag der Stadt Hamm ein Extremismus-Gutachten erstellt, das ebenfalls am Montag erstmals vorgestellt wurde. Als ein Fazit empfiehlt Luzar der Stadt ein solches Aussteigerprojekt für extremistische und radikalisierte Jugendliche.

Das Projekt habe Modellcharakter und werde von bundesweit erfahrenen Trägern der Delinquenzprävention und der Ausstiegshilfen begleitet, „so dass die Erprobung der Methoden in der Stadt Hamm gleichsam ein Laboratorium beziehungsweise eine Werkstatt der Methodeninnovation wird“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Das Projekt hat als Zielgruppe junge Menschen aus Hamm mit einer beginnenden extremen Orientierung und Radikalisierung, die erstmals straffällig wurden. Über eine individuelle Arbeit mit den Betroffenen soll auf deren soziale und ideologische Deradikalisierung hingewirkt werden.

Als Partner sollen auch Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht, Justiz und das Jugendamt eng in das Modellprojekt eingebunden werden. Damit solle unter anderem auch die Verbindlichkeit der Projektteilnahme gesichert werden. - dfb  

Rubriklistenbild: © Stadt Hamm

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