Bündelung von Bauarbeiten ist schuld

Anwohner der Schillerstraße erhalten eine fette Rechnung

Ganz schöner Aufriss: Die Maßnahmen in der Schillerstraße werden teuer für Anwohner.
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Ganz schöner Aufriss: Die Maßnahmen in der Schillerstraße werden teuer für Anwohner.

Obwohl die Straßenbaubeiträge in Hamm jüngst gesenkt wurden, müssen die Anlieger der Schillerstraße bald tief in die Tasche greifen.

Hamm – 95 Meter Abwasserkanal, dazu die Fahrbahn und dann noch der Bürgersteig – das kann ganz schön teuer werden. Mehr als eine halbe Million Euro verschlingt die Sanierung eines kleinen Abschnitts der Schillerstraße, mit dem gerade begonnen wurde. Gut ein halbes Jahr lang soll auf der Schillerstraße zwischen Roonstraße und Schwarzem Weg gearbeitet werden. Der Lippeverband saniert die Abwasserkanäle, die Stadtwerke verlegen neue Leitungen, die Stadt baut die Straße dann wieder neu auf.

Tatsächlich, die Abwasserkanäle und die Straße darüber sind sanierungsbedürftig. Wurzeln hatten sich über Jahre in die Fahrbahn gebohrt, der Oberbau entsprach auch nicht mehr dem aktuellen Standard. Da die Kanalbauarbeiten die Straße sowieso stark in Mitleidenschaft nehmen würden, sprach für die Stadt einiges dafür, Fahrbahn und die Grünfläche auf der südlichen Straßenseite gleich ganz neu zu machen. Die vier Straßenbäume sollten dabei erhalten werden und größere Baumscheiben bekommen.

So hatte es die Bezirksvertretung im Sommer 2019 beschlossen. Nach Abzug der Kosten für den Lippeverband wären gut 40.000 Euro für die Stadt und 100.000 Euro für die Anlieger übrig geblieben. Die konnten sich kurze Zeit später immerhin darüber freuen, dass das Land ihnen die Hälfte ihres Beitrages abnahm – 50.000 Euro für 13 beitragspflichtige Parteien, im Schnitt hätte jeder mit 3800 Euro rechnen können.

Ausbau der Schillerstraße in Hamm: Stadtwerke, Feuerwehr...

Dann meldeten sich allerdings die Stadtwerke, die nun ihre Leitungen unter dem nördlichen Gehweg erneuern wollen. Bauarbeiten zu bündeln gilt als sinnvoll, treibt hier aber die Rechnung weiter nach oben. Mit dem nun fälligen, im Sommer 2020 beschlossenen Vollausbau der Straße stiegen nämlich nicht nur die Gesamtkosten (inklusive Lippeverband) auf 510.000 Euro, es änderte sich auch die Berechnungsgrundlage. Für die Stadt bleibt der Beitrag mit 42.500 Euro etwa gleich, doch auf die Anwohner entfallen nun 170.500 Euro. Die Hälfte davon übernimmt zwar wieder das Land, bleiben aber immer noch 85.200 Euro und somit rechnerisch gut 6300 Euro pro Anliegerpartei – 2500 Euro mehr als nach dem ersten Ausbauplan.

Anschließend meldete sich übrigens noch die Berufsfeuerwehr und ließ die Planungen für die Baumbeete ändern, damit die Pflanzen im Ernstfall nicht den Rettungsweg per Drehleiter blockieren. Die nochmalige Planungsänderung war aber nicht mit Zusatzkosten verbunden. Auf eine Bürgerversammlung hatte die Stadt aufgrund der Corona-Pandemie verzichtet. Im Rahmen der Anliegerbeteiligung habe es drei kleinere Nachfragen gegeben, sagte ein Stadtsprecher. Sie seien erledigt oder berücksichtigt worden.

Ausbau der Schillerstraße in Hamm: Ein halbes Jahr Bauarbeiten

Die Anwohner bekommen nun eine etwas mehr als 7 Meter breite Fahrbahn, die durch die Bäume bis auf 3,50 Meter verengt wird, was in der Tempo-30-Zone zur Geschwindigkeitsreduzierung betragen soll. Die Laternenmasten werden erneuert, sowie auf beiden Seiten Parkstreifen angelegt. Die Zahl der Stellplätze bleibt gleich.

Die Bauarbeiten sollen etwa ein halbes Jahr dauern. Die Schillerstraße wird dafür zwischen Roonstraße und Schwarzem Weg gesperrt, für den Autoverkehr wird eine Umleitung eingerichtet.

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