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Stadtwerke-Aufsichtsrat stimmt Ausstieg aus Kraftwerk zu

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Von: Jan Schmitz

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Millionenverlustgeschäft für die Stadtwerke: Das Kraftwerk Westfalen.
Millionenverlustgeschäft für die Stadtwerke: Das Kraftwerk Westfalen. © Wiemer

Hamm - Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat am Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung den Weg frei gemacht für einen Ausstieg aus dem Kohlekraftwerk Westfalen in Uentrop. Bis zu 30 Millionen Euro, die die Stadtwerke seit 2008 in das Kraftwerk investiert haben, lösen sich damit in Rauch auf.

Nach WA-Informationen wird die städtische Tochtergesellschaft ihren 1,63-prozentigen Anteil an der Betreibergesellschaft Gekko an RWE verkaufen. Der Ausstieg aus der Stromerzeugung kommt allerdings nicht sofort. Nach Recherchen dieser Zeitung haben die Stadtwerke nun drei Jahre Zeit, den Verkauf ihrer Anteile an RWE vollständig abzuwickeln. Spätestens dann ist der Essener Energiekonzern alleiniger Eigentümer des bislang 2,5 Milliarden teuren und teils maroden Bauwerks.

„Mit dem Angebot der RWE können die Stadtwerke Hamm leben“, sagte gestern Stadtwerke-Chef Jörg Hegemann. Er räumte aber ein, dass „der Verzicht auf Darlehensforderungen in Millionenhöhe durch Fremdverschulden äußerst schmerzhaft“ ist. Wirtschaftlich aber sei der Ausstieg darstellbar, so Hegemann.

Er kündigte indirekt an, dass die gebildeten Rückstellungen für das Gekko-Projekt ergebniswirksam aufgelöst werden. Außerdem verwies Hegemann auf laufende interne Sparprogramme. Die Gewinnausschüttung an die Stadt sei in diesem und in den Folgejahren nicht gefährdet.

Aufsichtsratsvorsitzender Marc Herter (SPD) erklärte: „Niemand schreibt gerne einen nagelneuen Kraftwerksblock ab, aber insgesamt ist das Vorgehen vertretbar“, sagt Herter. „Die Stadtwerke kommen dabei mit einem blauen Auge davon.“

Das letzte Wort hat der Rat der Stadt Hamm in seiner Sitzung am 8. Dezember. Bis dahin werden sich alle anderen beteiligten Stadtwerke ebenfalls erklärt haben müssen. Denn: Umgesetzt wird der Ausstiegskompromiss nur, wenn nach WA-Informationen 90 Prozent der Stadtwerke dem RWE-Angebot zustimmen.

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