Audi-Posse im Hammer Süden

Parkender Schandfleck lässt Stadt verzweifeln - Anwohner verärgert

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Ohne Kennzeichen und ziemlich verwahrlost steht ein Audi seit Monaten auf der Alleestraße herum.

Diese skurrile Posse mutet fast so an wie der Kampf der Römer gegen die Gallier aus den Asterix-Comics: Seit gut eineinhalb Jahren widersetzt sich ein Hammer Pkw-Besitzer beharrlich und erfolgreich allen Versuchen der Hammer Stadtverwaltung, seinen stark demolierten, dunkelblauen Audi Avant von einem Parkstreifen an der Alleestraße zu entfernen.

Hamm-Süden – Anwohner wundern sich schon lange darüber, warum der beschädigte Wagen ohne Nummernschilder so lange am Straßenrand stehen darf – und werfen der Verwaltung Untätigkeit vor. Ganz so einfach ist es für die Stadt allerdings nicht, den (nicht mehr) rollenden Schandfleck zu entfernen.

Der Eigentümer aus Hamm, zu dem keine näheren Angaben gemacht wurden, hat zwar im Gegensatz zu Asterix und Obelix keinen magischen Zaubertrank getrunken. Ein anderer Umstand wirkt aber wie eine imaginäre Schutzmauer um das Auto. Trotz fehlender Kennzeichen ist der Wagen zugelassen. Und das nicht in Deutschland, sondern im nicht-europäischen Ausland. Auf die verstorbene Mutter des Eigentümers. Den Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes sind deshalb die Hände gebunden. Wann die Zulassung des Wagens auslaufe, sei nicht bekannt.

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Es gab schon gerichtliche Auseinandersetzungen

„Wir möchten, dass das Auto dort nicht so im öffentlichen Straßenraum steht. Hierzu wurden bereits Gespräche mit dem Eigentümer geführt, es gab schon gerichtliche Auseinandersetzungen und auch aktuell läuft ein Verfahren, weshalb wir uns zu diesem konkreten Fall nicht detaillierter äußern können“, erklärte Stadtsprecher Tom Herberg die verzwickte Lage. Erst wenn von dem Wagen eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer ausgehe, könne die Stadt auch bei zugelassenen Pkw eingreifen.

Dem Auto an der Alleestraße fehlt zwar ein Scheinwerfer, dazu ist es mit Dellen übersät. Das reicht aber offenbar nicht. „Nur, wenn zum Beispiel Glasscheiben kaputt wären oder Öl auslaufen würde, könnten wir kurzfristig handeln“, so Herberg.

"Dann schleppen wir das Auto ab..."

Bei abgemeldeten oder nicht zugelassenen Pkw sieht das anders aus: Wird die Stadt von Anwohnern auf so ein Auto hingewiesen, werde der Wagen mit einem orangenen Aufkleber versehen, mit dem aufgefordert wird, das Auto innerhalb von vier Wochen aus dem öffentlichen Verkehrsraum zu entfernen.

„Ist uns der Besitzer bekannt, so wird dieser auch angeschrieben“, erklärt Herberg. „Ist das Auto nach vier Wochen unverändert dort, dann schleppen wir das Auto ab und bringen es zu einem Autoverwerter. Dort wird es dann fix ausgeschlachtet.“

260 Klebezettel und 33 Abschleppaufträge

In diesem Jahr hat die Stadt (Stand: 16. Oktober) 260 orangene Aufkleber verteilt. Im gesamten Jahr 2018 waren es 280, 2017 270. Abschleppaufträge wurden bis zum 16. Oktober 33 erteilt, 2018 waren es 41 und 2017 38.

Die Zahl der dann auch tatsächlich abgeschleppten Pkw muss mit diesen Werten nicht zwangsläufig übereinstimmen, weil der Besitzer zwischen Auftragserteilung und dem Anrücken des Abschleppers noch Zeit hat, seinen Wagen vor dem Haken zu retten. Wie viele Pkw tatsächlich abgeschleppt wurden, teilte die Verwaltung nicht mit.

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