"Wer soll das denn kontrollieren?!"

Wegen Corona: Auch Tünner Weihnachtsmarkt abgesagt

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Weihnachtsmarkt abgesagt: Im vergangenen Jahr begrüßte Günter Rüter (links am Mikrofon) noch zahlreiche Besucher in der Von-Thünen-Halle. In diesem Jahr ist die Veranstaltung abgesagt worden.

Der nächste Weihnachtsmarkt in Hamm ist geplatzt: Der Vorstand der Interessengemeinschaft (IG) Westtünner Vereine hat die beliebte Veranstaltung für 2020 abgesagt. Der Grund ist naheliegend.

Hamm - Die Auflagen und Abstandsregelungen durch die Corona-Pandemie lassen eine unbeschwerte Durchführung der 27. Auflage in und um die Von-Thünen-Halle nicht zu. Bereits vor zwei Wochen hatte die Werbe- und Interessengemeinschaft Rhynern (WIR) den Weihnachtsmarkt 2020 im Dorfkern von Rhynern absagen müssen. (Auch der Weihnachtsmarkt in Uentrop wurde zwischenzeitlich abgesagt.)

Die Mitglieder des Westtünner IG-Vorstandes haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, berichtet der Vorsitzende Günter Rüter. So wurde im Vorfeld auch das Gespräch mit dem Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt Hamm gesucht, um die notwendigen Voraussetzungen für ein Hygiene-Konzept in Erfahrung zu bringen. „Theoretisch hätte eine Durchführung klappen können“, so Rüter. Zum Beispiel sei es in der Von-Thünen-Halle möglich, die Ein-und Ausgänge mit dem nötigen Abstand zu regeln.

Aber das Stöbern an den Ständen, das Plaudern am Glühweinstand, das unbekümmerte Spielen der Kinder am Stand der Kolpingjugend – all das wäre mit den Abstandsgeboten nicht durchführbar. Und das gelte auch für die Stände, die nicht in der Halle, sondern unter freiem Himmel aufgebaut werden. „Wer soll das denn kontrollieren und dann noch anschließend die Verantwortung übernehmen, wenn etwas passiert“, erklärt Rüter die Lage des Veranstalters. Auch ein Programm mit musikalischen Auftritten wäre unter den jetzigen Umständen nicht durchführbar.

Planungssicherheit für Aussteller

Dass bereits jetzt im Sommer die Absage erfolgt, geschieht mit Rücksicht auf die vielen Standbetreiber, die seit Jahren dem Tünner Weihnachtsmarkt treu sind. „Die benötigen auch eine Planungssicherheit. Sie fangen in der Regel ja jetzt schon an, um ihre Weihnachtsdekorationen zu basteln“, so Rüter. Die IG Westtünner Vereine wird sämtliche Standbetreiber nun schriftlich über die Absage des Weihnachtsmarktes informieren. „Wir hoffen, dass sie im kommenden Jahr wiederkommen“, wünscht sich Rüter, und dass im Jahr 2021 die 27. Auflage wie gewohnt über die Bühne gehen kann. Das gelte auch für die vielen Vereine, die Jahr für Jahr zum Gelingen des Marktes beitragen.

Natürlich möchte die IG das diesjährige Weihnachtsfest nicht ganz ohne Aktivität verstreichen lassen. So sei geplant, das Aufstellen der Weihnachtstanne samt Anleuchten und gemütlichen Beisammensein stattfinden zu lassen. Im Auge hat der IG-Vorstand dabei den Samstag vor dem 1. Advent auf dem Gelände vor der dann ehemaligen Sparkassen-Filiale. „Ich denke, wir werden ein Konzept erstellen können, dass es uns erlaubt, einen kleinen Treffpunkt dort anzubieten“, sagt Rüter.

Die Osttünner Dorfgemeinschaft wird in der kommenden Woche darüber beraten, ob und wenn ja, wie sie den Markt am 1. Advent rund um die alte Schule ausrichten kann.

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