Aktuelle Infos zu Konsequenzen und Infektionslage

Coronavirus in Hamm: Weitere Fälle bestätigt - Schulen und mehr zu

Die Klassenzimmer der Hammer Schulen bleiben wegen der Coronavirus-Welle auch vor den Osterferien schon leer.
+
Die Klassenzimmer der Hammer Schulen bleiben wegen der Coronavirus-Welle auch weit vor den Osterferien schon leer.

Es gibt inzwischen sieben bestätigten Coronavirus-Fälle in Hamm; drei von ihnen wurden am Samstag bekannt. Schulen und Kitas in der Stadt bleiben ab Montag geschlossen. Die Stadt fährt an diesem Wochenende runter in einen Ruhemodus.

Hamm - Am Tag nach der Ankündigung vieler drastischer Maßnahmen mit Blick auf die Coronavirus-Gefahr für Hamm wurden drei weitere Infektionsfälle bekannt. Das teilte die Stadtverwaltung am Samstag mit:

Bei einer am Vormittag gemeldeten Erkrankten handelt es um eine Frau mittleren Alters, die zuletzt im Urlaub in Österreich war. Laut Stadt nimmt die Covid-19-Erkrankung bei ihr aber einen leichten Verlauf.

Zwei weitere Infizierte sind männlich. Das wurde am Samstagnachmittag bekannt. Der erste ist der Ehemann von einer am Donnerstag positiv gemeldeten Frau; wie sie ist er mittleren Alters (korrigiert: zunächst war vom Ehemann der am Samstag gemeldeten die Frau die Rede). Der andere Mann, ebenfalls mittleren Alters, brachte seine Infektion wie viele andere auch offenbar aus dem Skiurlaub in Österreich mit. Er zeigt nur leichte Symptome; fünf Kontakte wurden bekannt. Diese befinden sich ebenso wie die drei neu Erkrankten in häuslicher Quarantäne.

Die ersten Fälle waren am Donnerstag und Freitag bekannt geworden (mehr zu diesen unten im Artikel).

Für die wichtigsten Infos zum Thema Coronavirus in Hamm klicken Sie sich hier in unser Sonderressort.

Zur Erinnerung: Die Stadt hat für alle Belange rund um das Coronavirus eine Hotline geschaltet. Die nötigen Infos dazu gibt es hier auf der Homepage der Stadt Hamm. Weitere Kontaktinformationen haben wir in einem Sampler hier zusammengestellt.

Auch Radio Lippewelle berichtet fortlaufend über die Situation in Hamm. Am Mittag wurden in einer Sondersendung viele Fragen von besorgten Hammer gestellt und von Experten beantwortet.

Hamsterkäufe in Hammer Läden

Die neuerlichen Entwicklungen rund um das Coronavirus sorgen offenbar wieder für Hamsterkäufe in den Supermärkten. Aus dem Kaufland im Hammer Westen meldete unser Reporter am Samstagvormittag viele Kunden, teilweise leere Regale. Mitarbeiter kommen kaum mit dem Auffüllen der Regale nach. Kunden nehmen den Nachschub direkt von den Paletten, ohne abzuwarten. Die Stimmung ist zwar gut - zu Weihnachten waren die Kunden augenscheinlich deutlich gestresster -, eine Mitarbeiterin von Kaufland nutzte gleichwohl den Begriff "Krieg".

Leere Regale so weit das Auge reicht: Wegen der neuerlichen Entwicklungen rund um das Coronavirus sind die Supermärkte - wie hier Kaufland im Hammer Westen - wieder vermehrt von Hamsterkäufen betroffen.

Allee-Center, Tierpark und Maxipark offen

Im Gegensatz zu vielen anderen Hammer Einrichtungen soll das Allee-Center trotz der Corona-Krise geöffnet bleiben. Eine Sprecherin betonte gegenüber der Lippewelle, man achte aber verstärkt auf die Hygiene und habe etwa das Reinigungspersonal angewiesen, hochfrequentierte Bereiche und Türklinken im Gebäude besonders gründlich zu putzen. Darüber hinaus stehe die Center-Leitung in ständigem Kontakt mit den Behörden, um falls nötig kurzfristig zu reagieren. Den Mitarbeitern habe man Hinweise und Verhaltensregeln zum Schutz von sich und von den Kunden an die Hand gegeben.

Auch der Tierpark und der Maxipark öffnen zu den normalen Geschäftszeiten. Auf seiner Homepage hält der Maxipark Ticketbesitzer für die Hallenveranstaltungen auf dem Laufenden.

Eine aktuelle Übersicht über abgesagte und noch offene Veranstaltungen finden Sie hier auf WA.de.

Unterhaltung mit Einschränkungen

Das Szenelokal Pirates auf der Südstraße lädt für Samstagabend nach wie vor zu seiner - inzwischen deutlich abgespeckten - St. Patrick's Day Party ein. Alle Besucher müssen dort jedoch, wie bei vergleichbaren Veranstaltungen derzeit auch, eine so genannte Gefährdungsbeurteilung ausfüllen. Meilen-Wirt Karsten Plaß wirbt dafür, das möglichst schon vor dem Besuch zu tun und hat dafür auf Facebook die entsprechenden Bögen gepostet.

Coronavirus in Hamm: Die Lage am Freitag:

Hamm - Alle Schulen und Kitas in Hamm werden ab Montag geschlossen sein. Man richte sich nach der Empfehlung der NRW-Landesregierung, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann in einer Pressekonferenz im Rathaus am Freitagnachmittag (zunächst hatte es geheißen, dass die Kitas geöffnet bleiben). 

Gebühren und Beiträge, etwa für die Kita, die OGS oder die Musikschule werden erstattet.

Weitere Infos aus der Gesprächsrunde:

Lehrer müssen zur Schule kommen. Sie haben keinen Urlaub. Der OB: „Wir werden sicherstellen, dass die Betreuung gewährleistet ist.“

Die Kernbetreuung in den Schulen soll damit sichergestellt sein.

In allen Schulen und Kitas sollen Notgruppen eingerichtet werden. "Sollte das nicht reichen, haben wir auch einen Plan B", sagte der OB. "Wir sind vorbereitet."

 Es wird empfohlen, Kinder trotz der Notbetreuung nicht in die Gruppen zu schicken, sondern nach Möglichkeit zu Hause zu betreuen. Großeltern sollten dafür nicht eingebunden werden, weil sie als Risikogruppe gelten.

Am Montag und Dienstag läuft der Schulbusverkehr noch normal, ab Mittwoch wird er eingestellt.

Empfehlung an Senioreneinrichtungen:

Es gibt ein Rundschreiben der Stadt an alle Senioren- und Altenheime mit der Empfehlung, nur noch maximal einen Besucher pro Bewohner und Tag zuzulassen. Einzelne Träger in Hamm, etwa die Awo mit dem Wolfgang-Glaubitz-Seniorenzentrum haben jeglichen Besucherkontakt bis auf Weiteres ausgesetzt.

Weitere Einrichtungen schließen:

Ab Samstag werden auch VHS, die Bibliotheken, das Museum und die Musikschule geschlossen. Ab Montag trifft es dann neben den Schulen und Kitas auch alle Sporthallen, das Maximare und die anderen Bäder. Zuerst hatte es geheißen, dass Erstgenannte auch erst zu Montag geschlossen werden.

Auch Jugend- und Stadtteilzentren werden geschlossen.

Die Wochenmärkte bleiben zumindest am Wochenende geöffnet. Weitere Entscheidungen dazu gibt es am Montag.

Infektionsfälle in der Stadt Hamm:

Zwei Infektionsfälle wurden am Freitag bekannt:

Erster Fall:Ein Rentner - er war im Urlaub in Ischgl - wurde positiv getestet und war zunächst im Krankenhaus, weil die Krankheit schwerer verlief, ist inzwischen aber zuhause in Quarantäne. Er hat eine Vorerkrankung. Auch seine Frau ist in häuslicher Quarantäne. Sechs Kontaktpersonen müssen jetzt ebenfalls zuhause bleiben. Weitere Kontaktpersonen werden derzeit noch ermittelt.

Zweiter Fall: Er im zweiten Fall handelt es sich um einen Rentner, der mit einer Kleingruppe in Österreich im Urlaub war. Bei ihm verläuft die Erkrankung an Covid-19 mild. Alle Kontaktpersonen und die genannte Kleingruppe sind in häuslicher Quarantäne.

Zu den beiden Fällen von Donnerstag: Es gibt laut Stadt bisher keine Symptome bei den Kontaktpersonen, die ebenfalls in Quarantäne sind.

Randnotiz: Bis vor drei Tagen waren in diesem Winter 250 Influenzafälle registriert - es gab keinen Todesfall.

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann während der Pressekonferenz zum Thema Coronavirus am Freitag im Rathaus.

Linienbusse in Hamm betroffen:

Ab sofort darf nur noch hinten eingestiegen werden. Fahrkarten müssen künftig vorher gekauft werden; im Bus geht das nicht mehr. Der OB: "Wir wollen Kontaktketten vermeiden. Wir machen das nicht aus Aktionismus, sondern wollen die gesundheitlichen Schäden in unserer Stadt so gering wie möglich halten."

(Weitere Informationen zu diesem Thema zeitnah auf WA.de.)

Veranstaltungen scharf beschränkt

Allgemeinverfügungen für Veranstaltungen bis 300 Teilnehmer und über 300 Teilnehmer sind im Internet veröffentlicht. Keine Veranstaltung über 300 Besucher darf mehr stattfinden.

Zwischen 25 (Bagatellgrenze) und 300 Besuchern müssen Veranstaltungen angemeldet werden. Auch mit der Info, ob Teilnehmer in Risikogebieten waren. Es muss eine vernünftige Be- und Entlüftung vorhanden sein. Weitere Details dazu hier.

Wichtig: Alle Veranstaltungen sind bei der Stadt zu melden, damit auch über die Genehmigung gesprochen werden kann. Der OB bittet: "Melden Sie sich!"

Das seien sehr klare Bedingungen, um sicherzugehen, dass sich das Virus nicht verbreitet - "und wenn doch, dass wir dann wissen, wer alles dabei war und wir so Infektionsketten unterbinden können", sagt Ralf Hohoff, Leiter des Referats Stadtmarketing und Touristik. Hohoff: "Wir sind uns bewusst, dass so auch Existenzen auf dem Spiel stehen. Die Gesundheit geht aber vor."

"Die ganze Regressthematik wird eine Sache sein, die in den nächsten Wochen zu klären ist. Das ist aber nachrangig", so Hohoff.

Trauungen und Beerdigungen sind von den Verboten ausgenommen.

Die großen Moscheegemeinden - Ditib, die Aleviten und die Afghanen - haben ihre Freitagsgebete abgesagt.

Hotline der Stadt eingerichtet

Die Stadt Hamm hat eine Hotline zum Gesamtthema Coronavirus eingerichtet: Sie ist unter 176444 erreichbar, und zwar werktags von 9 bis 18 Uhr sowie in dieser Woche auch Sonntag.

Der OB: "Die Leute, die anrufen, wollen in der Regel wissen, wie man sich am besten schützt und wohin man noch in den Urlaub fahren kann." Der Informationsbedarf sei ungebrochen.

Politik handelt und schützt zugleich

Es gibt klare Definitionen für die Stadtverwaltung: Dienstreisen und Konferenzen werden möglichst auf Null reduziert oder laufen über Videokonferenzen. Hohoff: "Wir wollen nicht, dass Corona in die Verwaltung getragen wird."

Alle Führungskräfte müssen zu erledigende Arbeiten in drei Kategorien nach Wichtigkeit einordnen. Wenn dann Mitarbeiter ausfallen, werden nur noch Arbeiten erledigt, die am wichtigsten sind.

Die Möglichkeiten von Homeoffice wurden ausgebaut, sodass die Stadtverwaltung und die Stadttöchter handlungsfähig bleiben. Der OB: "Wir machen seit Tagen nichts anderes."

Die nächste Ratssitzung findet nur mit 31 Ratsmitgliedern statt. Alle zeitlosen Anträge werden auf die nächste Sitzung vertagt, die Aussprache verkürzt. Nur die Grünen waren nicht bereit, sich darauf einzulassen. Alle anderen seien von Anfang an dabei gewesen, heißt es.

Der OB: Beschlussfähigkeit soll gewährleistet sein, "wir wollen aber auch da ein Zeichen setzen". Die angemeldete Demo zum Industriegebiet Norddinker findet vor dem Kurhaus statt.

Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen in Hamm finden Sie hier in unserer Übersicht, jüngste Infos der Stadt zu Infektionsfällen finden Sie hier, und für allgemeine aktuelle Informationen zum Coronavirus in NRW klicken Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare