Asphalt an Autobahnauffahrt Uentrop zu fett: Spezial-Einsatz soll für mehr Grip sorgen

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Mit einem Hochdruck von 1300 bis 2500 bar spült der große Staubsauger den Asphalt an der Dolberger Straße. Die Griffigkeit des neuen Belages entsprach nicht der Norm. Daher musste die Baufirma jetzt die Mängel beseitigen lassen.

Lippetal - Spezialeinsatz an der Autobahnauffahrt Uentrop: Weil der Asphalt nicht griffig genug war, rückte am Mittwochmorgen eine Art "Staubsauger-Lkw" an. 

Pünktlich morgens um kurz vor neun lenkt Jan Boelarends seinen gelben „Staubsauger-Lkw“ auf den Autohof am Strängenbach. Der Holländer aus Toldijk ist von der Straßenbau-Firma Oevermann beauftragt, die Landesstraße 822 zwischen der Ampel-Kreuzung nach Uentrop und der Autobahn-Auffahrt auf die A2 nach Hannover mit Hochdruck zu spülen und abzusaugen. Grund: Die Fahrbahndecke ist seit ihrer Erneuerung vor zwei Jahren leicht überfettet und hat daher nicht genug Grip. 

Mit dabei sind der Baustoffprüfer Stefan Tiedau von der Firma Oevermann in Münster, die im Auftrag von Straßen-NRW die Fahrbahndecke erneuert hatte, und Raimund Köster, der Projektleiter vom Auftraggeber Straßen-NRW. Er berichtet, dass die Firma Oevermann jetzt Mängelbeseitigung betreiben muss und die ausreichende Griffigkeit der Fahrbahn herstellen. Wie der Fehler beim Asphaltieren der Straße passieren konnte, das kann auch Stefan Tiedau nicht erklären, zumal die andere Straßenseite von der Autobahnauffahrt bis zur Uentroper Straße in Ordnung ist. 

Druckspülung mit bis zu 2.500 bar

Aber er hofft, dass mit der Druckspülung mit mindestens 1300 bis 2500 bar die glatten Mörtelstrukturen als vermutete Ursache abgetragen werden und eine höhere Griffigkeit der Fahrbahn erreicht wird. Üblicherweise kommt der große gelbe Staubsauger übrigens auf Flughäfen zu Einsatz, um dort die Landebahnen vom Gummiabrieb der Pneus zu reinigen. Inzwischen rollt die fahrende Reinigungsmaschine an die Ampelkreuzung und beginnt leise zischend und vor sich hin sprühend mit der Arbeit. Unmittelbar dahinter fährt ein Lastwagen von Straßen-NRW, um das Fahrzeug zu sichern und die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer auf das Hindernis hinzuweisen. 

Nachdem einige Ungeduldige aufgeregt die Hupe betätigen, spielt sich das ganze schnell ein. Im Schritttempo kehrt die Maschine eine etwa einen Meter breite Fläche. Das bedeutet, dass die knapp einen Kilometer lange Sanierungsstrecke dreimal befahren und abgesaugt werden muss. Gut vier Stunden sind dafür angesetzt. Anschließend soll an einer Messstelle die Wirksamkeit der Maßnahme geprüft werden. 

Von Spurrinnen durchfurcht

Die Kreuzung der Landesstraße 822 war vor drei Jahren von tiefen Spurrinnen durchfurcht, die die Laster vor allem beim Anfahren und Stoppen verursacht hatten. Deshalb wurden die Kreuzung und die L 822 bis hin zur Kreuzung Uentroper Straße teils abgefräst und mit einer neuen Spezialdecke überzogen, die die Aufwellungen nicht so schnell zulässt. Vor dem Mangel der fehlenden Griffigkeit der südlichen Fahrbahnseite wurde seither mit dem Straßenschild „Neue Fahrbahndecke“ gewarnt und das Tempo auf der Strecke sicherheitshalber auf 50 Kilometer pro Stunde beschränkt.

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