Arzu Hair nach dem zweiten Lockdown

Nach gewagter Salon-Eröffnung mitten in Corona-Pandemie schaut Friseurin nach vorn

Nach Corona-Lockdown: Bei Friseurmeisterin Arzu Kus vom Friseursalon Arzu Hair in Hamm-Osten stand das Telefon kaum still.
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Vorbereitung auf die Wiedereröffnung nach dem zweiten Lockdown: Bei Friseurmeisterin Arzu Kus stand das Telefon am Montag stundenlang kaum still. Das Terminbuch füllte sich zusehends.

Der Lockdown hat die Friseure empfindlich getroffen. Bei Friseurmeisterin Arzu Kus kommt erschwerend hinzu, dass sie mitten in der Pandemie ihren Salon in Hamm-Osten eröffnete. Was ist daraus geworden?

Hamm-Osten – Der Lockdown hat Spuren in der Friseur-Branche hinterlassen. Die Salons müssen geschlossen bleiben, aber die Fixkosten laufen. Termine außer Haus sind verboten. Besonders bitter für Jungunternehmer, wie Friseurmeisterin Arzu Kus. Mitten im ersten Lockdown und trotz ungewissem Pandemieverlauf wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit. Sie war mit ihrem Salon „Arzu Hair“ am Alten Uentroper Weg durchgestartet. Er lief gerade „richtig gut“ als die zweite Coronawelle kam und sie ihr Geschäft schon wieder schließen musste.

Die Durststrecke endet kommende Woche. Ab Montag dürfen die Friseure wieder öffnen. Die Hammer Friseure fiebern dem Tag entgegen. So wie Arzu Kus. Sie hat die Zeit des verordneten Stillstands überstanden. „Ich bin ein positiv denkender Mensch“, sagt sie. Aber das allein reicht nicht, um sich über Wasser zu halten.

Seit Montag nimmt sie wieder Termine entgegen. In den ersten Stunden stand das Telefon kaum still. Es waren nicht die ersten Termine. „Schon am Tag, als das Eröffnungsdatum für die Friseursalons bekannt wurde, meldeten sich Kunden“, sagt sie. „Sie hatten darauf gewartet und mir schon auf Instagram geschrieben.“ Ein gutes Vorzeichen.

Arzu Hair in Hamm-Osten eröffnete mitten in Corona-Pandemie

So ist ihr Terminbuch für die ersten Tage gut gefüllt. „Gott sei Dank“, sagt sie. Die alten und die neuen Stammkunden, die sie und ihr kleines Team in den nur sechs Monaten gewann, helfen jetzt beim Durchstarten. „Toi, toi, toi, dass es so bleibt“, hofft sie. Denn viel länger hätte die Situation nicht anhalten dürfen.

Als sie im Juni nach der Sanierung des ehemaligen Salons von Beate Specht eröffnete, hat sie nicht mit einem zweiten Lockdown im Dezember gerechnet. Das war nur von kurzer Dauer. Wenig später habe sie etwas geahnt.

Corona-Lockdown trifft Arzu Hair in Hamm-Osten

Ihr kam zugute, dass sie ihre Selbstständigkeit mit einem finanziellen Sicherheitspolster begann. „Ich wollte vorsichtig sein“, sagt sie. Mit ihrer Vorahnung lag sie richtig. „Ich hatte im Hinterkopf, ich müsste wegen Corona in zwei Wochen schließen.“ So kam es letztlich auch.

Dennoch ging sie vorher daran, ihre Pläne umzusetzen. Angesichts der schwer einzuschätzenden Situation verzichtete sie zwar noch auf eine fest angestellte Kraft. Sie holte sich aber eine Aushilfe in den Salon. Anfang August stellte sie eine Auszubildende ein. Arzu Kus findet es sehr schade, dass die 17-Jährige durch den Lockdown viel Lehrzeit verloren habe. Sie freue sich umso mehr, dass sie jetzt durchstarten dürfe.

Arzu Hair in Hamm-Osten: Mit Reserven durch Corona-Lockdown

Insgesamt kommt die Friseurmeisterin zu dem Ergebnis, dass sich ihre Vorsicht ausgezahlt hat. Doch die Pandemie ist noch nicht vorbei. Ihre Geldreserven sind aber nahezu aufgebraucht. Staatliche Gelder habe sie beantragt, sagt Kus. Erhalten habe sie noch nichts. Ab kommender Woche hofft sie, die Reserven durch eigene Arbeit auffüllen zu können.

Ab Dienstag ist der Salon wieder geöffnet. In den ersten zwei Wochen gelten verlängerte Öffnungszeiten, „damit wir für alle Kunden genügend Zeit haben“. Gemäß Corona-Auflagen darf sie nur drei von sechs Plätzen im Salon nutzen.

Arzu Hair in Hamm-Osten öffnet wieder

Der Lockdown bedroht ihre wirtschaftliche Existenz. Dennoch hat sie Verständnis dafür und für die Hygienebestimmungen. Sie hat weniger Angst um sich, als vielmehr um andere. „Dass sie sich mit Corona anstecken könnten“, sagt sie. In ihrem näheren Umfeld seien zwar keine Fälle aufgetreten, aber sie hat unter den weit entfernt lebenden Familienmitgliedern Corona-Opfer zu beklagen. „Wir müssen vorsichtig bleiben“, sagt sie.

Die Meldungen über das mutierte Virus und über eine mögliche dritte Krankheitswelle „finde ich ganz schlimm“, sagt sie. „Aber ich denke ja positiv. Deshalb wird alles besser.“

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