Hammer Arbeitnehmer öfter zuhause beim kranken Kind

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Neben Ruhe und dem Lieblingsteddy brauchen kranke Kinder vor allem ihre Mutter oder den Vater.

Hamm – Hammer Eltern fehlen mit wachsender Tendenz am Arbeitsplatz, weil deren Kinder erkrankt sind.

Vorsichtig geschätzt tritt ein solcher Fall mittlerweile in mindestens jedem zehnten Haushalt mit Kindern einmal pro Jahr auf. Darauf deuten Zahlen hin, die die AOK jetzt veröffentlicht hat. Mit rund 30.000 Mitgliedern und mehr als 55 000 Versicherten ist die AOK einer der Marktführer in Hamm. Zahlen der Ortskrankenkasse haben demnach einen repräsentativen Aussagewert.

807 AOK-Versicherte reichten nach Darstellung der Versicherung im vergangenen Jahr einen Antrag für das Kinderpflege-Krankengeld ein. Im Durchschnitt blieb ein Elternteil pro Krankheitsfall zwei Tage zu Hause. „In diesen Fällen springen die gesetzlichen Krankenkassen finanziell ein, wenn der Arbeitgeber keine Entgeltfortzahlung leistet“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock. Etwa 1700 Kinder werden Jahr für Jahr in Hamm geboren. Geschätzt etwa 20.000 Kinder dürften zur hier in Rede stehenden Gruppe zählen, längst nicht jedes hat aber Eltern, die auch einer Arbeit nachgehen.

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Krankengeldfälle steigen immer weiter an

Die Krankengeldfälle bei Erkrankung eines Kindes stiegen bei der AOK NordWest in den vergangenen Jahren kontinuierlich an: So erhöhte sich die Zahl der Fälle in Hamm in 2018 im Vergleich zum Vorjahr (719) um etwa 12 Prozent. Allein im letzten Jahr zahlte die AOK in Hamm dafür rund 92 000 Euro an ihre Versicherten. Das ist eine Steigerung zum Vorjahr um etwa 14 Prozent.

Die Pflege eines erkrankten Kindes ist ein triftiger Grund für den Arbeitnehmer, der Arbeit fernzubleiben. Der Arbeitgeber muss seinen Mitarbeiter von der Arbeit freistellen, wenn die Voraussetzungen gegeben sind. „Um den Verdienstausfall auszugleichen, unterstützen die gesetzlichen Krankenkassen berufstätige Eltern dann mit dem so genannten Kinderpflege-Krankengeld“, erklärt Jörg Kock.

Bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr möglich

Jeder Elternteil könne für jedes Kind unter zwölf Jahren bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr Kinderpflege-Krankengeld in Anspruch nehmen, Alleinerziehende bis zu 20 Arbeitstage. Gehören mehrere Kinder unter zwölf Jahren zur Familie, ist die Zahl der Freistellungstage auf insgesamt 25, für Alleinerziehende auf maximal 50 Arbeitstage pro Jahr begrenzt. Voraussetzung ist, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind pflegen kann. Außerdem muss der Arzt bescheinigen, dass das Kind betreut werden muss.

Kinderbetreuung im Krankheitsfall ist in Hamm meistenteils Frauensache. Deren Anteil liegt nach den AOK-Zahlen bei den Anträgen auf Kinderpflege-Krankengeld bei rund 78 Prozent. - WA/fl

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