Tor in eine andere Zeit: Auf dem Burghügel Mark haben die Arbeiten am Mauerring begonnen

Noch kein Ende in Sicht: Nach den archäologischen Untersuchungen gehen die Arbeiten am Mauerring weiter.
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Noch kein Ende in Sicht: Nach den archäologischen Untersuchungen gehen die Arbeiten am Mauerring weiter.

Ans Mittelalter erinnert die Szenerie auf dem Burghügel Mark derzeit weniger. Das dunkle Portal am Rand des Hügels gleicht in seiner Form eher dem Monolithen aus dem Science-Fiction-Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“.

Mark – Ein Tor in eine andere Welt oder eine andere Zeit? So wie im Film der schwarze Block die Entwicklung des Menschen beeinflusste, steht der stählerne Rahmen für die angehende Neugestaltung des lokalgeschichtlich bedeutsamen Ortes. Er führt künftig auf den 1,2 Meter hohen Mauerring. Er soll dem Burghügel den Eindruck der Wehrhaftigkeit zurückgeben, ohne das Alte nachbilden zu wollen.

Dazu wird der Mauerring nur angedeutet und scheinbar schwebend über das Bodendenkmal errichtet, indem er auf einigen Punktfundamenten befestigt wird. In den vergangenen Tagen platzierten die Arbeiter erste sichtbare Stahlelemente auf dem Hügelrand – ein deutliches Zeichen, dass die im Frühjahr 2019 begonnene Neugestaltung nach einer Pause weitergeht.

Archäologen fanden Historisches

Zwischenzeitlich bestimmten wiederholt die Archäologen die Arbeiten und schauten sich unter anderem an, ob im Aushub vom Burghügel Historisches zu finden war. Grabungen fanden zuletzt in den 1970er Jahren statt. Der Einsatz vor Ort ist seit vergangener Woche abgeschlossen. „Bei den archäologischen Untersuchungen wurden Reste einer Mauer vorgefunden“, sagt Stadtsprecher Tom Herberg. „Die Aufnahme und Auswertung seitens der Archäologen ist weiter im Gange und wird voraussichtlich Ende Juli abgeschlossen.“ Im Nachgang erwartet die Stadt den archäologischen Abschlussbericht.

Parallel dazu setzte eine Fachfirma die Neugestaltung auf dem Burghügel fort und stellte die so genannten Fundamentkoffer, auf denen die Bauteile des Mauerrings ruhen, fertig. Auf der Vorburg warten einige Bauteile auf einer eingezäunten Lagerfläche auf den Einbau, weitere sind unterwegs. „Derzeit finden in den beauftragten Betrieben der konstruktive Stahlbau und die Steinmetzarbeiten statt“, sagt der Stadtsprecher. „Vor Ort erfolgt der begleitende Landschaftsbau.“

Die nächsten Arbeitsschritte

Es fehlen noch die großen Elemente, die Stahlkassetten des Mauerrings. Per Bagger werden sie eingebaut. Der Ring wird schließlich noch mit Steinen verkleidet. So entsteht eine „zeitgemäße Interpretation der historischen Hochmotte“, wie es heißt. Nach Angaben des Stadtsprechers wird die Ringmauer bis zum Ende der Sommerferien montiert sein. Dann sind die größten Arbeiten erledigt, das Gestaltungskonzept für den Burghügel ist umgesetzt und es darf die Eröffnung gefeiert werden.

Wie ein Tor in eine andere Welt: Das stählerne Portal auf dem Burghügel.

Die Neugestaltung

Der Burghügel Mark gilt als die „Wiege der Stadt Hamm“. Graf Adolf I. gründete sie im Jahr 1226. Die Burg war sein Stammsitz. Sie ist heute nur noch als Bodendenkmal vorhanden. Die Gräfte umschließt die einstige Vorburg und den Burghügel, die Motte. Das ist eine Burg auf einem künstlich geschaffenen Erdhügel, auf dem in der Regel ein turmartiges Gebäude stand. Mit der Umsetzung des 2016 vorgestellten Gestaltungskonzeptes soll der kulturhistorisch bedeutsame Ort verdeutlicht werden.

Kernstücke des Konzeptes sind die neue, bereits vor einem Jahr gebaute Brücke zwischen Vorburg und Burghügel und der Mauerring. Am Rand der Vorburg ist zudem eine Sitzgelegenheit am Wasser entstanden. 750.000 Euro soll die Umsetzung des Konzeptes insgesamt kosten. Davon fließen rund 675.000 Euro aus dem Konjunkturpaket III. 75000 Euro sind städtischer Anteil.

Schwertransport und Einschwenken der neuen Brücke am Burghügel Mark

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