Einsatz in Eschweiler

Arbeit und Gänsehaut: Hammer Feuerwehr im Hochwasser-Chaos

Nach Einsätzen in Bergkamen und Erftstadt rückten Feuerwehrleute aus Hamm am Wochenende erneut aus, um im besonders von den Überflutungen betroffenen Eschweiler in der Nähe von Aachen zu helfen.

Hamm - Die Einsatzkräfte erlebten in Eschweiler vor allem große Hilfsbereitschaft der Menschen, die all ihr Hab und Gut verloren haben und trotzdem mit anpackten – und extreme Dankbarkeit für ihren Einsatz. (Einsatz in Erftstadt, Einsatz in Bergkamen.)

Um 0.30 Uhr am Samstagmorgen war die Bereitschaft 5 der Bezirksregierung Arnsberg alarmiert worden, die die Feuerwehren aus Hamm, dem Kreis Unna und dem Kreis Soest bilden. Insgesamt 183 Kräfte – davon etwa ein Drittel aus Hamm – halfen mit 48 Fahrzeugen im Innenstadt-Bereich von Eschweiler, Keller und Tiefgaragen und Teile des örtlichen Krankenhauses auszupumpen. „Vergleichbar wäre die Situation, wenn man die Weststraße fluten würde“, erklärte Eike Hellenkamp, Sachgebietsleiter Einsatzdienst bei der Feuerwehr Hamm. Er war auch Teil der Einsatzleitung vor Ort.

Eindrucksvolles Szenario: Die vielen Helfer vor dem Aufbruch nach Eschweiler. Rund ein Drittel von ihnen kommt aus Hamm.

Akute Gefahren entschärfen oder Leben retten mussten die Kräfte aus Hamm nicht. Als sie ankamen, waren die zerstörerischen Fluten weitgehend abgeflossen. Nur in den Kellergeschossen standen die Wassermassen noch. Auf den Straßen stauten sich Müll und aufgeweichtes, zerstörtes Mobiliar. Die Sperrmüllberge wurden zwar regelmäßig abgefahren, aber immer wieder neu aufgetürmt. „Über allem lag ein dünner Dreck-Film. Das Wasser hat viel Matsch und Sand mitgebracht, dadurch wird es ziemlich staubig, wenn alles getrocknet ist.“

Mittendrin im Leid: ein Feuerwehrfahrzeug der Truppe aus Hamm, dem Kreis Unna und dem Kreis Soest in Eschweiler.

Feuerwehr Hamm in Eschweiler: eindrucksvolle Organisation

Alle Helfer aus dem Hammer Team betonten, wie gut organisiert die Einsatzkräfte aus Eschweiler versuchten, dem Chaos Herr zu werden. Straße für Straße wurde abgearbeitet. Auch die Hilfsbereitschaft der Bürger sei erstaunlich gewesen. „Die Leute sind mit Besen und Schippen gekommen und haben überall mit angepackt“, erklärte ein Beteiligter. Körbe voll Brötchen, Getränke und sogar Süßigkeiten bekamen die Kräfte.

Dabei sind sie bei solchen Einsätzen eigentlich komplett autark. „Da wurden dann auf einmal sieben oder acht Holzkohle-Grills aufgebaut im Geröll und wir wurden zum Essen eingeladen“, sagte ein Helfer. „Unfassbar. Sowas haben wir alle noch nicht erlebt.“ Unorganisierte Bürger-Trupps liefen durch die Stadt und packten überall an, wo es ging, sagte auch Eike Hellenkamp.

Als die Hammer um 17 Uhr abrückten, wurden sie von der Dankbarkeit der Anwohner aufs Neue überwältigt. „Die Leute standen am Straßenrand und haben geklatscht und gejubelt. Wir hatten Gänsehaut und der eine oder andere Kamerad hat auch eine Träne verdrückt“, sagte ein Helfer. „Bis Kamen standen die Leute auf Brücken und haben uns zugewunken. Daraus zieht man dann sehr viel Kraft – auch für die nächsten Einsätze in Hamm.“

Rubriklistenbild: © Feuerwehr Kreis Soest

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