Heckmann investiert 5 Mio. Euro

Hammer Altstadt: Parkplatz weicht Appartements

So soll der neue Komplex an der Ecke Nordstraße/Brüderstraße einmal aussehen.
+
So soll der neue Komplex an der Ecke Nordstraße/Brüderstraße einmal aussehen.

Eine der ältesten Baulücken der Hammer Altstadt soll beseitigt werden: An der Kreuzung von Brüder- und Nordstraße will das Bauunternehmen Heckmann für fünf Millionen Euro ein viergeschossiges Mehrfamilienhaus mit 27 Appartements bauen. Das Gelände hatte jahrzehntelang brachgelegen.

Hamm – Viele Hammer kennen die Grundstücke Brüderstraße 1 und 2 nur als schmuddeligen Parkplatz. Die Vorkriegsbebauung hatte den Zweiten Weltkrieg zwar mit ein paar Blessuren überstanden, war aber bereits in den 1950er Jahren beseitigt worden, um Stellplätze für Autos zu schaffen. Solche Brachen wieder zu bebauen, ist seit einigen Jahren Ziel der Stadtentwicklung; auch, um wieder Leben in die historische Altstadt zu bringen.

Dass es einen Markt dafür gibt, weiß die Heckmann Bauland und Wohnraum GmbH & Co. KG seit dem Bau des „Museumsquartiers“. Eines der Wohnhäuser in Bahnhofsnähe besteht aus Appartements für Menschen, die sich begrenzte Zeit in Hamm aufhalten: Zweitwohnungen für Mitarbeiter von Firmen, Hochschulen, Gerichten oder Krankenhäusern, die hier eine Karrierestation absolvieren, ohne dafür den Lebensmittelpunkt zu verlegen. Und was im Bahnhofsviertel offenbar gut funktioniert, könnte ja auch in der Altstadt klappen.

29 bis 55 Quadratmeter große Einheiten

Vor gut zwei Jahren habe man die 725 Quadratmeter große Fläche an der Brüderstraße gekauft, sagt Heckmann-Geschäftsführer Reinhold Gierse. Geplant sei nun ein viergeschossiges Gebäude mit 27 Wohneinheiten, die 29 bis 55 Quadratmeter groß sein sollen. Im Erdgeschoss befinden sich Stellplätze für Autos und Fahrräder sowie Service-Räume. Ganz oben soll es eine Gemeinschaftsdachterrasse geben. Energie bekommt das Gebäude durch eine Photovoltaikanlage und Luftwärmepumpen.

Die Pläne für den Neubau hat das Hammer Architekturbüro Noweck+Pahmeyer entworfen. Die Architekten hatten für Heckmann unter anderem das Wohnprojekt „Villa am Stadttor“ am anderen Ende der Brüderstraße entworfen; das aktuelle Projekt soll „Wohnen am Nordtor“ heißen.

Archäologen untersuchen das Gelände

Vorbereitende Bauarbeiten haben Gierse zufolge bereits begonnen; der bisherige Parkplatz soll in diesen Tagen auch für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Mitte Juni werden Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe das Gelände dann untersuchen. So keine größeren Funde anstehen, rechnet man bei Heckmann damit, im Juli mit dem Rohbau beginnen zu können. Wenn alles gut geht, könne das Gebäude dann im Dezember 2022 bezugsfertig sein.

Das Schließen von Baulücken ist ein mitunter mühsames Unterfangen. An der Kreuzung von Antoni- und Widumstraße beispielsweise lässt sich ein Wohnbauprojekt seit Jahren wegen strittiger Grundstücksfragen nicht realisieren. Dabei gibt es im Altstadtbereich genügend Raum, der sich wieder bebauen ließe: Gut 25 Baulücken verschiedenen Zuschnitts lassen sich beim Blick auf den Stadtplan ausmachen; große Leerflächen wie der Hans-Böckler-Platz und der Santa-Monica-Platz sind dabei noch nicht einmal mitgezählt.

Kompromisslose Abrisspolitik

Das Baulückenproblem ist in Teilen selbst gemacht: Seit den 1950er-Jahren betrieb die Stadt eine teils kompromisslose Abrisspolitik. Die im Stadtkern vorherrschenden Fachwerkhäuser galten als minderwertig und standen in vielen Fällen Straßenverbreiterungen und dem Wunsch nach zusätzlichen Parkplatzen im Weg. Die letzten Gebäude auf dem heutigen Santa-Monica-Platz beispielsweise, zwei stattliche Bürgerhäuser an der Südstraße, wurden erst 1974 abgerissen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare