Nächste Runde: Umstrittener Anwalt aus Hamm legt Berufung ein

Symbolbild Urteil Gericht Justiz

Hamm - Die Hängepartie um einen Hammer Rechtsanwalt, der Mandantengelder in Höhe von mehreren 10.000 Euro für eigene Zwecke verbraucht haben soll, geht in die nächste Runde.

Nachdem der 46-jährige Jurist im Juni in einem Zivilverfahren vor dem Dortmunder Landgericht zur Herausgabe von knapp 34.000 Euro plus Zinsen an eine seiner ehemaligen Mandatinnen verurteilt worden war, hat der umstrittene Advokat nun dagegen Berufung vor dem OLG Hamm eingelegt. Das bestätigte ein Gerichtssprecher auf Anfrage.

Noch bis Ende August habe der 46-Jährige Zeit, dem Senat die Begründung seiner Berufungsschrift vorzulegen, hieß es von dem Obergericht. Wann es dann zu einer rechtlichen Würdigung kommen werde, lasse sich derzeit nicht absehen. Bis dahin ändert sich  auch nichts am beruflichen Status des Mannes.  Weiterhin ist er als Anwalt zugelassen und vertritt seine Mandantschaft auch vor Gericht. 

Zulassung steht auf dem Spiel

Kommt es zu einer rechtskräftigen Verurteilung, droht ihm allerdings ein standesrechtliches Verfahren. Im ärgsten Fall könnte ihm dann die Zulassung entzogen werden. Leidtragende des zeitaufwändigen Verfahrens ist unter anderem eine Verkäuferin aus Hamm, die seit nunmehr deutlich über zwei Jahren auf die Auszahlung der besagten knapp 34.000 Euro wartet. 

Das Geld stammt aus der Zwangsversteigerung einer Immobilie, die einst der Frau und ihrem Ex-Ehemann gehört hatte. Im Zuge ihres Scheidungsverfahrens war das Objekt unter den Hammer gekommen. Der 46-jährige Anwalt hatte die Verkäuferin in diesem Verfahren vertreten und ihren Anteil am Verkaufserlös entgegengenommen. Ausgezahlt an die Frau haben soll er lediglich 4,61 Euro. Den Rest soll er für eigene Zwecke verbraucht haben. 

Bereits im Februar 2018 war der Anwalt wegen dieses Vorgehens in einem Strafprozess vor dem Hammer Schöffengericht wegen Untreue im besonders schweren Fall zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

Auch 70-jähriger Rentner betroffen

Ebenso soll er über Jahre hinweg einen 70-jährigen Rentner, der ebenfalls von ihm betreut wurde, über den Leisten gezogen haben. Der Senior hatte Schulden bei einer Bank angehäuft und diese in monatlichen Raten zurückzahlen wollen. Monatlich zahlte der Pensionär zwischen 450 und 650 Euro – insgesamt rund 19.000 Euro – an den Hammer Anwalt und vertraute darauf, dass dieser das Geld an die Gläubigerbank weiterleiten würde. 

Dies geschah offenbar nicht und war ebenfalls Gegenstand des Schöffengerichtsurteils. Auch gegen dieses hat der verurteilte Rechtsanwalt längst Berufung eingelegt. Der Fall liegt nun dem Dortmunder Landgericht vor. Bislang wurde dort noch kein Verhandlungstermin festgelegt. Das bestätigte ein Gerichtssprecher aus WA-Anfrage.

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