Antifaschistische Aktion geht gegen Nazi-Treff am Kentroper Weg vor 

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Hinter der ehemaligen Gaststätte „Zum Daviscup“ am Kentroper Weg trifft sich die Hammer Neonazi-Szene.

Hamm-Osten - Die Antifaschistische Aktion Hamm will Neonazis in Hamm ihre Bleibe am Kentroper Weg entziehen. In seiner Jahresbilanz zu Aktivitäten von Neonazis und der Partei „Die Rechte“ richtet Michael Tillmann, Sprecher der Antifaschistischen Aktion, einen dringenden Appell an die Kommunalpolitik.

„Die Hammer Politik muss endlich anfangen, diesen Ort zu thematisieren und sich dafür einsetzen, diesen den Hammer Nazis wieder zu nehmen.”

Die rund 140 Quadratmeter großen Räume hinter der ehemaligen Gaststätte „Zum Daviscup“ seien die Basis, von der aus Neonazis in Hamm der Stadt „ihren menschenverachtenden Stempel“ aufzudrücken versuchten. Der Flachbau hinter der Gastronomie war im Oktober 2012 von drei Privatpersonen angemietet worden. „Die Räume dienen als Location für Partys am Wochenende, als möglicher Raum der internen ‘Bildung’, als Veranstaltungs- und als Rückzugsort“, so Tillmann. So habe hier beispielsweise am 3. Oktober eine Abendveranstaltung mit Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck stattgefunden. 

Die Dringlichkeit diesen Raum zu thematisieren und offenzulegen sei heute genauso gegeben wie 2013, als etwa 30 Nazis aus den Räumlichkeiten heraus einen bewaffneten Angriff auf linke Jugendliche gestartet hätten. Auch im Nachgang der Demonstration im Oktober 2015 habe es es wieder einen Zusammenstoß mit bewaffneten Nazis in unmittelbarer Nähe zum Kentroper Weg gegeben. 

"haekelclub" warnt vor neuem nationalen Zentrum 

Das antifaschistische Jugendbündnis Hamm, der „haekelclub 590“, hatte bereits im Februar 2013 den Vermieter aufgefordert, das Mietverhältnis zu kündigen und sich von den rechtsradikalen Gästen in seiner Immobilie zu distanzieren. Der „haekelclub“ hatte davor gewarnt, hier könne ein neues nationales Zentrum entstehen, nachdem im August 2012 die bisherige Bleibe der Rechten in Hamm an der Werler Straße durch die Polizei zwangsgeräumt worden war. „Diese Entwicklung einer erneuten festen Anlaufstelle für Neonazis in Hamm verdeutlicht die Notwendigkeit eines schlüssigen ,Handlungskonzeptes gegen Rechtsradikalismus’ für die Stadt Hamm“, hieß es damals von Seiten des antifaschistische Jugendbündnisses. 

Die Hammer Polizei verzeichnete 2015 fünf Einsätze in Zusammenhang mit dem Haus am Kentroper Weg 18. Zwei Mal habe es einen so genannten Aufklärungseinsatz gegeben, der jeweils ohne polizeiliches Einschreiten endete. Einmal wurden die Beamten wegen Ruhestörung gerufen, einmal weil eine verdächtige Person gemeldet worden war. Der Verdacht bestätigte sich allerdings nicht. Der jüngste Einsatz geht auf den 14. Dezember zurück. Unbekannte Täter deckten die westliche Hauswand aus einem manipulierten Feuerlöscher mit blau-grauer Farbe ein. Der Feuerlöscher wurde sichergestellt, der oder die Täter blieben unerkannt.

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