Halle und Christchurch als Vorbilder

Anstiftung zum Mord an Juden oder Muslimen: 15-jähriger Angeklagter legt Geständnis ab

Gericht
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Nachdem am ersten Verhandlungstag, wie verabredet, nur die Anklageschrift verlesen worden war, soll der Schüler am zweiten Tag ein weitreichendes Geständnis abgelegt haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 15-jährigen Schüler, der inzwischen in Hamm lebt, vor, einen Bekannten zum Mord an Juden oder Muslimen aufgerufen zu haben.

Dortmund/ Hamm – Aus dem nicht-öffentlichen Prozess am Dortmunder Landgericht war nun zu erfahren: Der Angeklagte hat den Vorwurf offenbar eingeräumt.

Der Angeklagte befand sich nach seiner Festnahme im vergangenen Jahr zunächst für einige Monate in Untersuchungshaft. Derzeit soll er jedoch in einer betreuten Wohngruppe in Hamm leben und dabei unterstützt werden, sich von rechtsextremem Gedankengut zu distanzieren.

Weitreichendes Geständnis am zweiten Prozesstag

Obwohl die Verhandlung gegen den 15-Jährigen vollständig unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wird, drang zuletzt wenigstens eine Information nach außen: Nachdem am ersten Verhandlungstag, wie verabredet, nur die Anklageschrift verlesen worden war, soll der Schüler am zweiten Tag ein weitreichendes Geständnis abgelegt haben.

Demnach steht offensichtlich fest, dass er einem Bekannten im Frühjahr 2020 eine Nachricht über den Messengerdienst WhatsApp schickte, in der er ihn aufrief, sich ein Messer zu besorgen und einen Anschlag auf eine Moschee oder eine Synagoge zu verüben.

Chemikalien für Attentat besorgt

Darüber hinaus soll der Angeklagte sich auch selbst große Mengen Chemikalien besorgt haben, um ein eigenes Attentat auf Andersgläubige zu verüben. Als Vorbilder hätten ihm dabei die Anschläge von Halle und Christchurch in Neuseeland gedient, heißt es in der Anklageschrift.

Mit dem Geständnis wird der 15-Jährige auf alle Fälle Pluspunkte bei den Jugendrichtern gesammelt haben. Bei der Festsetzung der Strafe wird immer positiv berücksichtigt, wenn ein Angeklagter zu seinen Taten steht und diese einräumt. Ob dadurch auch der Prozess insgesamt abgekürzt werden kann, ist derzeit noch nicht abzusehen.

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