Auf dem Weg zur Schönheitskönigin

Miss mit Anspruch: Annika Voelpert aus Hamm will sexy und Feministin zugleich sein

Mit Urkunde: Annika Voelpert aus Hamm-Heessen ist Miss MGO NRW.
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Mit Urkunde: Annika Voelpert aus Heessen ist Miss MGO NRW.

Annika Voelpert aus Heessen präsentiert Nordrhein-Westfalen bei der Wahl zur Miss Deutschland. Vor einigen Tagen wurde die 20-Jährige in Wolfenbüttel „Miss MGO NRW“.

Hamm – Wolfenbüttel? Eigentlich sollte die Wahl in Köln ausgerichtet werden. Dann kam Corona, die Veranstalter verlegten den Schönheitswettbewerb von der rheinischen Metropole in die niedersächsische Provinz. Dort kürte eine Jury die Siegerinnen mehrerer Bundesländer am gleichen Tag. Wann sie um den Titel Miss Deutschland kämpfen wird, ist unklar. Es könne wegen der Pandemie sein, dass Miss Deutschland 2020 erst 2021 gekrönt wird, heißt es vom Veranstalter.

Voelpert fände das zwar schade, aber nicht schlimm. Die Wahl zur Miss Deutschland ist ohnehin deutlich kleiner als die Miss-Germany-Wahl. Geld und Ruhm locken erst, wenn Voelpert den Titel holt. Dann wäre sie für internationale Misswahlen qualifiziert, wo die Siegerinnen Preisgeld und Schmuck erhalten, Aufträge als Model.

Im Netz kursieren viele Bilder von Annika Voelpert

Model ist Voelpert längst. Im Internet kursieren Hunderte Bilder von ihr: Voelpert vor dem Spiegel, Voelpert in der Stadt, auf dem Boot, in der Badewanne, mal lächelnd, mal ernst, von hinten, von vorn. Die Studentin hat sie selbst hochgeladen, in ihren Instagram-Kanal „Toni Blue“. In kleinen Videos zeigt sie viel Haut, mal tanzt sie, oft streicht sie mit den Fingern durch ihre langen blonden Haare. Sie sei Model und Influencerin, schreibt sie auf ihrer Homepage. „Ein Influencer ist man, sobald man eine Meinung vertritt“, erklärt sie. Toni Blue hat 19.000 Follower. Das ist zwar wenig im Vergleich zu Insta-Größen mit Millionen Abonnenten – aber beachtlich für eine Studentin ohne Marketingmaschine. Ab und an schicken Firmen Voelpert Produkte. „Wenn ich sie mag, zeige ich sie auch“, sagt sie.

Auf ihrem Kanal schreibt Voelpert, sie sei Feministin. Nun haben Feministinnen jahrzehntelang Misswahlen ebenso kritisiert wie den Fokus auf das Aussehen von Frauen. Genau dieses Aussehen nimmt viel Raum ein in Toni Blues Kanal . Voelpert sieht hier keinen Gegensatz. „Ich mag meinen Körper, ich mache gern Sport“, sagt sie. Sie zeige sich eben gern. Und die Misswahl? Da ginge es nicht nur ums Aussehen. „Die, die da teilgenommen haben, engagieren sich, viele haben studiert.“ Voelpert selbst studiert zum Beispiel International Business in Venlo und ist DLRG-Lebensretterin.

„Das ist das Wichtigste, dass man nicht umfällt“, sagt Annika Voelpert. Inzwischen integriert sie hohe Schuhe in ihren Alltag. (Ein Klick rechts oben ins Bild zeigt das komplette Motiv.)

Ex-Bademeisterin aus Beckum heute auf High Heels unterwegs

In diesem Job wurde sie übrigens entdeckt, erzählt sie. Im Sommer 2019 war das, Voelpert arbeitete als Bademeisterin am Tuttenbrocksee in Beckum. Eine Beraterin habe ihr gesagt, sie sehe ja nett aus – ob sie bei einer Misswahl mitmachen wolle? Sie wollte. Voelpert trainierte gemeinsam mit anderen jungen Frauen ein Jahr lang. Das Programm: posieren, schminken, laufen. „Das ist das Wichtigste, dass man nicht umfällt“, sagt Voelpert. Inzwischen integriere sie hohe Schuhe in ihren Alltag.

Mit dem Modeln will sie weitermachen, egal wie die Misswahl ausgeht. Und dann? „Am liebsten möchte ich im Fashion-Einkauf arbeiten.“ Neben Venlo ist Hamm ihr Wohnsitz. Hier sind ihre Wurzeln, Familie und Freunde. Sie würde gern bleiben, weiß aber nicht, ob das gelingt. „Die Großen der Branche sind nicht hier“, sagt sie. Vielleicht verlegt Voelpert ihr Leben also nach London, Paris oder Düsseldorf. Bestimmt lässt sie ihre Abonnenten teilhaben – im Internet.

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