Überflutungen noch gar nicht so lange her

Hochwasser in Hamm: Wie würden Sie im Ernstfall eigentlich gewarnt?!

Wenn die Lippe über die Ufer tritt, dienen die Auen als natürliches Auffangbecken.
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Reichlich „Auslauffläche“: Wenn die Lippe über die Ufer tritt (hier in Uentrop), dienen die Auen als natürliches Auffangbecken.

Die jüngsten Hochwasser-Dramen haben auch in Hamm Spuren hinterlassen, Sorgen und Ängste verursacht. Wir wollten daher wissen, wie hier bei einer Unwetterlage reagiert und gewarnt würde.

Hamm - Mal angenommen, es wären vor einer Woche nicht 14,6 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, sondern wie in Teilen des Sauerlands oder der Eifel binnen 24 Stunden 100 und mehr Liter niedergegangen. Wie hätten die Menschen in Hamm von der Gefahrenlage erfahren – und wie groß wäre sie am Ende tatsächlich gewesen?

Das Warnsystem

In Hamm setzt man – wie eigentlich allerorts – auf ein heterogenes Warnsystem. Da sind zum Einen die 38 Sirenen, die quer übers Stadtgebiet auf Gebäudedächern installiert sind. Sollte es eine Gefahrenlage geben und sollten die Sirenen angeworfen werden, ertönen sie für eine Minute mit einem auf- und abschwellenden Heulton. Es ist das selbe Signal, wie man es von den Sirenentests, die zweimal im Jahr stattfinden, kennt.

Bei oder nach einem Sirenenalarm sollte sich jeder Einzelne bemühen, den Ursprung für den Alarm zu ergründen. Die WarnApp „Nina“ wird empfohlen, ferner würde die Stadt umgehend alle Informations-Kanäle (WA.de, Lippewelle, hamm.de etc.) bedienen. Sollte eine wirklich bedrohliche Lage bestehen, würde die Feuerwehr auch mit Lautsprecherwagen ausrücken und entsprechende Durchsagen machen. Das erklärte Stadtsprecher Tom Herberg auf WA-Anfrage.

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Hochwasser in Hamm nach der Schneeschmelze im Februar 2021

Hochwasser in Hamm nach der Schneeschmelze im Februar 2021.
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Hochwasser in Hamm nach der Schneeschmelze im Februar 2021

Aber sind 38 Sirenen für eine Stadt wie Hamm ausreichend? Aus Sicht des Rathauses ist das der Fall, wie Stadtsprecher Tom Herberg weiter mitteilte. „Die Standorte passen schon“, so Herberg. Aus Sicht einiger Bürger reicht die Zahl aber eben nicht, wie etwa Anlieger aus dem Bereich Holzstraße in Herringen am Dienstag verkündeten. Beim jüngsten Probealarm hätten sie die Sirenen überhaupt nicht gehört, beklagen sie. Bundesweit gibt es derzeit eine Debatte darüber, das Sirenennetz für die Zukunft dichter zu machen. Je nach Ausgang dieser Diskussion, würde wohl auch in Hamm sirenentechnisch aufgerüstet werden.

Die Gefahrenlage

In Hamm gibt es bekanntlich keine steilen Abhänge oder Tallagen. Deshalb sind so verheerende Katastrophen wie jüngst in der Eifel oder Teilen des Sauerlands geschehen, nicht denkbar. „Wir haben schon einen Vorteil durch die Topografie“, so Stadtsprecher Tom Herberg. Starkregenfälle und Gewitterereignisse sind aber auch hierzulande keineswegs ausgeschlossen. 2014 liefen unter anderem in Heessen die Keller voll, besonders stark gebeutelt war damals Münster. 2016 gab es ebenfalls Überschwemmungen auf Hammer Stadtgebiet. „Das Wohnungen und Keller vollaufen, ist auch hier nicht auszuschließen“, so Herberg. Die Stadt reagierte damals und gab 2017 einen Infoflyer heraus. Dieser ist auch heute noch hier auf der Hamm.de-Seite online abrufbar.

Wir haben schon einen Vorteil durch die Topografie.

Tom Herberg, Stadtsprecher

Drei neuralgische Punkte nennt das NRW-Umweltministerium hinsichtlich einer Hochwassergefährdung für Hamm. Sollten die Lippedeiche bersten, wäre die Innenstadt betroffen. Angesichts der Renaturierungsmaßnahmen und Deichverlegungen in den Lippeauen wird hier aber aktuell gegengesteuert. In Herringen würde bei einem Versagen des Pumpwerks der Wiescher Bach das Siedlungsgebiet überfluten. Ferner komme es bisweilen zu Überschwemmungen einzelner Wohnhäuser, durch den Enniger Bach.

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