Auf Gefesselten eingestochen

Angst vor dem Nachbarn: Fortsetzung im Prozess um heimtückische Messer-Attacke

Unter einem Vorwand soll der Angeklagte ein Küchenmesser aus seiner Wohnung geholt und auf den gefesselten Jugendlichen eingestochen haben.
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Unter einem Vorwand soll der Angeklagte ein Küchenmesser aus seiner Wohnung geholt und auf den gefesselten Jugendlichen eingestochen haben.

Am Dortmunder Schwurgericht wurde der Prozess gegen einen 40-Jährigen fortgesetzt, der einen Jugendlichen mit einem Messer an der Königstraße attackiert haben soll. Nun sagt eine Nachbarin aus.

Hamm/Dortmund – In dem seit März laufenden Schwurgerichtsverfahren um eine Messerstecherei vor einem Mehrfamilienhaus an der Königstraße suchen die Prozessbeteiligten noch immer nach den Hintergründen für den gewalttätigen Übergriff auf einen damals 16-Jährigen.

Der zur Tatzeit von der Polizei gefesselte Jugendliche war durch mehrere Messerstiche des jetzt wegen versuchten Mordes angeklagten Mieters schwer verletzt worden. Widersprüchliche Zeugenaussagen sowie Erinnerungslücken, verängstigte Nachbarn und nicht auffindbare Anwohner machen es den Prozessbeteiligten nicht leicht herauszufinden, was im Vorfeld der Bluttat am 6.September vergangenen Jahres passiert ist.

Angst vor dem lauten Nachbarn

Eine sichtlich verängstigte Nachbarin schilderte am Freitag, 11.September, dass sie durch den Türspion im Treppenhaus beobachtet habe, wie der Angeklagte wortlos einen ihm entgegenkommenden Jugendlichen mit einem Faustschlag ins Gesicht angegriffen habe. Der Nachbar sei als „laut und immer wieder in der Wohnung herumschreiend“ im Haus bekannt gewesen. Ihre Tochter habe Angst vor ihm gehabt und deswegen habe sie nach dem beobachteten Faustschlag auch eigens mit ihr außerhalb bei der Großmutter übernachtet.

Ein Polizeibeamter beschrieb hingegen als Zeuge, dass er den Angeklagten kurz vor den Messerstichen auf den Jugendlichen im Treppenhaus liegend aufgefunden habe – drei junge Männer hätten auf ihn eingeschlagen und ihn nach seiner Erinnerung dabei im Gesicht verletzt.

Auf gefesselten Jugendlichen eingestochen

Die Staatsanwaltschaft hat den Angeklagten wegen versuchten heimtückischen Mordes angeklagt. Nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit seinem späteren Opfer und dessen beiden Begleitern sollen alle Beteiligten zunächst von Polizei und Rettungskräften vor dem Haus versorgt worden sein. Unter einem Vorwand soll er dann in seine Wohnung gegangen, ein Küchenmesser geholt und auf den vor dem Haus stehenden, gefesselten und arglosen Jugendlichen eingestochen haben.

Durch einen gezielten Schuss in die Schulter des Messerstechers wurde der brutale Übergriff beendet. Um das Tatgeschehen und seine Hintergründe weiter aufzuklären, hat das Schwurgericht weitere Verhandlungstage bis Ende Oktober vereinbart.

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