Eigentlich wollten Louisa und Lena bis März in China bleiben...

Coronavirus: Hammer Freundinnen erleben drastische Maßnahmen mit

Lena Bellenhaus (rechts) und Louisa Bierwolf nutzen wie nahezu alle Bewohner von Dalian ihren Mundschutz.
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Lena Bellenhaus (rechts) und Louisa Bierwolf nutzen wie nahezu alle Bewohner von Dalian ihren Mundschutz.

Die Freude bei Lena Bellenhaus aus Pelkum und Louisa Bierwolf aus Heessen war groß, als sie Ende Oktober nach China flogen, um in einer Schule in Dalian Chinesisch zu lernen und den Schülern Deutsch beizubringen. Im März sollte es zurück nach Hamm gehen – eigentlich. Denn das Coronavirus hat dafür gesorgt, dass sie ihre Zelte vorzeitig abbrechen und bereits Anfang Februar zurückfliegen.

Hamm/Dalian – Durch das Jugend- und Stadtteilzentrum „Casino“ in Pelkum waren die beiden jungen Frauen auf die rund 6,5 Millionen Einwohner zählende Stadt im Nordosten Chinas aufmerksam geworden. Die Kontakte dorthin unterhält das „Casino“ seit 2007. Seit 2012 gibt es Jugendbegegnungen mit Hin- und Rückbesuchen. Daraus wiederum entwickelten sich private Kontakte, die Lena und Louisa genutzt haben, um „ihren Horizont zu erweitern und Land und Leute kennenzulernen.“

Und so landeten sie im Oktober zum zweiten Mal in Dalian. Anfangs lief auch alles glatt. Und auch als die Nachricht sie erreichte, dass in Wuhan, rund 1100 Kilometer von Dalian entfernt, eine unbekannte Lungenkrankheit ausgebrochen ist, machten sie sich „keine allzu großen Sorgen“. Kollegen hätten ihnen lediglich gesagt, dass sie Mundschutz tragen und Hände waschen sollten, so die 19-jährige Lena. „Die Situation wurde aber ziemlich schnell ernster, sodass wir mit unserem Chef geredet und uns dazu entschieden haben, nach Hause zu fliegen.“

Dalian gleicht Geisterstadt

Laut Medienberichten werden in einem Krankenhaus in Dalian Coronavirus-Patienten behandelt. Das Virus hat das öffentliche Leben weitestgehend lahmgelegt. „Die sonst so belebte Stadt gleicht eher einer Geisterstadt. Desinfektionsmittel sind so gut wie ausverkauft, und auch Masken findet man nicht mehr in allen Läden“, beschreibt Lena die Situation.

Vor drei Tagen seien sie in einem Einkaufszentrum gewesen. „Am Eingang wurde von jedem Menschen die Temperatur gemessen. Jeder, der es betreten wollte, musste einen Mundschutz tragen.“ Viele Restaurants seien geschlossen. „Und in einigen Geschäften nimmt man kein Bargeld mehr an, damit man sich nicht ansteckt. Man tut also vieles dafür, dass sich die Krankheit nicht ausbreitet.“

Mundschutz auf Rückflug

Lena und Louisa sind derzeit nicht die einzigen Hammer dort. Die Pelkumerin hat ihre Schwester zu Besuch, die Heessenerin ihre Mutter. In den ersten Tagen habe man das Programm wie geplant durchgezogen. „Wir sind essen gegangen, haben unsere Schule besucht und waren am Meer.“ Seit drei Tagen erledigte man aber nur noch die nötigsten Dinge.

Auf dem 15 Stunden dauernden Rückflug werden die vier Hammer ihren Mundschutz tragen. Zudem wollen sie sich vom Arzt durchchecken lassen, um ganz sicher zu gehen, dass sich keiner angesteckt hat.

Vorerst wollen Lena und Louisa nicht mehr nach Asien reisen. Doch trotz des abrupten Endes ihres Aufenthalts versichern sie, bislang sei es eine tolle Zeit gewesen. „Wir haben neue Leute kennengelernt und eine völlig neue Kultur.“

Update 26. Februar:  Einen ersten Fall des Coronavirus gibt es nun auch in NRW. Ein Mann ist lebensgefährlich erkrankt.

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