Angeklagter räumt Sex mit 14-Jährigem ein: "einvernehmlich"

Zum Prozessauftakt war der 56-Jährige Hammer mit Kappe und Maske erschienen.
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Zum Prozessauftakt war der 56-Jährige Hammer mit Kappe und Maske erschienen.

Der wegen sexueller Übergriffe auf mehrere Jugendliche angeklagte 56-jährige Geschäftsmann aus Hamm hat sich am zweiten Verhandlungstag vor dem Dortmunder Landgericht zu einem ersten wesentlichen Anklagevorwurf geäußert.

Hamm/Dortmund – Tenor der Behauptungen des Angeklagten: Er sei unschuldig, habe öfter Sex gehabt mit einem damals 14-jährigen Jungen. Aber alle sexuellen Handlungen seien freiwillig erfolgt und von beiden Seiten ausgegangen. Dem ehemaligen Betreiber einer Salzgrotte und Laienalternativmediziner wird vorgeworfen, zwischen August 2018 und Juni 2019 sich an mehreren Jugendlichen in unterschiedlicher Intensität sexuell vergangen zu haben. Sollten sich die Vorwürfe gegen den hinlänglich gerichtserfahrenen und auch vorbestraften Hammer bestätigen, muss er mit einer sicherlich mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Ganz allgemein erklärte der 56-jährige: „Ich habe niemals jemanden sexuell bedrängt, genötigt oder gezwungen. Das ist absolut absurd, was da teilweise behauptet wird.“

Im beiläufigen Ton schilderte er, wie er im April 2018 einen 14-jährigen kennen gelernt habe, den er fürs Rasenmähen engagiert habe. Nach wenigen Monaten sei es zum Sex gekommen, mit ihm und später auch mit einem etwas älteren Jungen. Der 14-jährige sei sexuell erfahren gewesen, habe die verschiedenen Praktiken des Geschlechtsverkehrs auch stets gewollt. „Es war immer einvernehmlich. Wenn er nein sagte, ist nichts passiert.“

Keine moralischen Bedenken

Auf die verwunderte Frage des Vorsitzenden Richters Ulf Pennig, wie er es sich erkläre, dass ein 14-jähriger Sex wolle mit einem Mann seines Alters, antworte der 56-jährige eher beiläufig und vage: „Es hat sich entwickelt. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen!“

Moralische Bedenken seien ihm angesichts der Jugend des Sexpartners nicht gekommen: „Es ist vielleicht moralisch nicht okay, aber es war einfach so. Außerdem machte er den Eindruck, dass er viel reifer war als 14 Jahre.“

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Angeklagte die schwierige familiäre Situation des Jungen ausnutzte, um ihn sich gefügig zu machen. So soll er sich regelmäßig auf dem Gelände des Angeklagten aufgehalten und dort auch übernachtet haben.

Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

Anmerkung der Redaktion:

Entgegen einer früheren Berichterstattung gibt es kein Verfahren gegen die Ehefrau des 56-Jährigen. Ein Verfahren gegen eine Bekannte war bereits im Juli 2019 eingestellt worden.

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