Wahl des neues Bezirksvorstehers

Kein Witz mehr: Andreas „Obel“ Obering beendet die CDU-Ära in Rhynern

Neue Bühne für den Obel: Andreas Obering wird neuer Bezirksvorsteher von Rhynern.
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Neue Bühne für den Obel: Andreas Obering wird neuer Bezirksvorsteher von Rhynern.

Rhynern - Der Stadtbezirk Rhynern steht vor einer Wachablösung. Vertreter von SPD, Grünen und FDP haben sich darauf geeinigt, auch in der Bezirksvertretung eine Ampelkoalition zu bilden. Demnach steht einer Wahl von Andreas „Obel“ Obering zum neuen Bezirksbürgermeister nichts mehr im Wege. Und das, nachdem die Kandidatur des Comedian von vielen im Bezirk, der Stadt und vor allem bei der CDU zunächst als Witz belächelt wurde.

Der Name „Bezirksbürgermeister“ statt „Bezirksvorsteher“ liegt der SPD am Herzen. Sie möchte die Bezirke stärken und den Vertretern vor Ort mehr Entscheidungsspielraum geben. „Ich warte natürlich noch das offizielle Wahlergebnis ab, aber ich bereite mich auf diese Aufgabe vor und freue mich bereits sehr“, kommentierte der Politik-Newcomer seine bevorstehende Wahl. „Die Gespräche mit der FDP und den Grünen waren jedenfalls sehr konstruktiv und von einer guten Stimmung geprägt, so dass wir uns auch auf Bezirksebene geeinigt haben“, so Deutschlandweit bekannte Entertainer.

Die konstituierende Sitzung der neuen Bezirksvertretung findet am Mittwoch, 4. November, um 15.30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus an der Vöhde statt. Dann wird auch der neue Bezirksbürgermeister durch eine geheime Wahl der 19 Bezirksvertreter ermittelt. Die zehn Bezirksvertreter der Koalition (6 SPD, 3 Grüne und 1 FDP) stehen den neun Stimmen der CDU gegenüber. Es wäre das erste Mal in der Geschichte des Stadtbezirks Rhynern, dass kein CDU-Mitglied dem Bezirk vorsteht.

FDP-Vertreter steht hinter der Ampelkoalition

„Ich stehe hinter der Ampelkoalition“, meinte FDP-Bezirksvertreter Udo Reins vielsagend auf WA-Nachfrage. Zwar wolle er seine geheime Wahl im Vorfeld noch nicht öffentlich machen, zumal das offizielle Koalitions-Dokument noch nicht unterschrieben ist, doch sprach auch er von sehr konstruktiven Gespräche zwischen den Vertretern der Rhyneraner Sozialdemokraten, Grünen und seiner Person. Schon bei den Verhandlungen auf Ratsebene, an denen Reins als FDP-Vertreter teilnahm, habe er einen guten Eindruck gehabt und viele Gemeinsamkeiten bei den drei Parteien entdeckt. Natürlich habe es auch andere Ansichten gegeben, doch man habe sich stets auf Kompromisse einigen können. Daher halte er es für pragmatisch, auch auf Bezirksebene mit der Ampelkoalition zu gehen.

Grüne freuen sich über Kurswechsel

Udo Reins galt bei der Wahl zum Bezirksvorsteher als Zünglein an der Waage. Die drei Grünen-Vertreterinnen hatten stets von einem Kurswechsel auch auf Bezirksebene gesprochen. Andrea Pfeifer als Fraktionsvorsitzende freut sich, „dass mit dem Obel jemand das Ruder übernimmt, mit dem es einfacher wird, gemeinsame und gute Lösungen für den Bezirk zu finden“, so Pfeifer.

CDU nähme Rolle der Opposition an

Die CDU hält an ihrer Marschroute fest und wird Claudia Breer am Mittwoch als neue Bezirksvorsteherin vorschlagen. „Ich habe auch weiterhin Lust dazu, dieses Amt auszuüben“, sagt sie. Immerhin habe sich der Wähler eindeutig für die CDU entschieden. Und wenn Bezirke gestärkt werden sollen, dann sollte auch auf den Bürgerwillen gehört werden, findet sie. „Eine Koalition auf Stadtebene darf nicht zur Folge haben, dass ein selbstständiger Bezirk verhaftet wird“, fügt der Fraktionsvorsitzende Heinrich Saarbeck hinzu. Dass auch er von einem 10:9-Stimmergebnis pro Obel nicht überrascht werden würde, gab er indes zu. „Dann arbeiten wir eben als Opposition im Sinne der Bürger.“

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