Andrea Henke aus Hamm singt im WDR-Rundfunkchor

HAMM ▪ Einfühlungsvermögen in die unterschiedlichsten Musikstile ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für Andrea Henkes Beruf: Die Sängerin, die 1964 in Hamm geboren wurde, ist Sopranistin im WDR-Rundfunkchor – und das seit 1991 als festes Mitglied.

Schon mit fünf Jahren besuchte sie die Städtische Musikschule, wo vor allem drei Lehrer prägend werden sollten: Herr Weitzel habe ihr grundlegende schauspielerische Elemente mit großer Hingabe vermittelt. Bei Norbert Edelkötter habe sie das Üben gelernt: „Davon profitiere ich noch heute.“ Und ganz besonders die Vermittlung all dessen, was es bedeutet, zu singen, verdanke sie ihrer Gesangslehrerin Eva-Maria Edelkötter: „Sie hat mich so gut ausgebildet, dass ich das Singen zum Beruf machen konnte“, ist die 46-Jährige noch heute dankbar.

Über die Zeit ihrer 14 Musikschul-Jahre und vor allem die vielen lustigen Begebenheiten während der Freizeiten könne sie ganze Bücher schreiben, sagt Henke. Aber die bleiben natürlich ihr Geheimnis, weil vieles doch recht persönlich ist. „Es liegt mir aber am Herzen zu erwähnen, wie besonders diese Fahrten für uns Schüler waren, welch großartigen Einsatz die Lehrkräfte aufgebracht haben und wie viel wir alle dadurch gelernt haben. Ich kenne keine weitere Musikschule, die so etwas regelmäßig durchgeführt hat“, schwärmt Henke.

Einen großen Umbruch in ihrem Leben bedeutete das Jahr 1983. Damals legte sie nicht nur am Gymnasium Hammonense das Abitur ab und sang im April eine der beiden Hauptstimmen in der Musikschul-Aufführung von Mozarts Singspiel „Bastien und Bastienne“. Sie begann auch an der Musikhochschule Detmold ihr Studium, das sie 1989 mit dem Gesangsdiplom und der Künstlerischen Reifeprüfung beendete.

Eine Bewerbung beim WDR-Rundfunkchor führte 1991 zur Festanstellung – mit neuem Wohnsitz Köln. Immerhin gibt es dann und wann Konzerte außerhalb und auch Tourneen. Nach Hamm führt sie ihr Weg auch noch, wenn sie ihre hier lebende ältere Schwester besucht.

Beruflich – und damit auch künstlerisch – gefordert wird sie Sopranistin durch die sich ständig ändernden Anforderungen der Chorliteratur, die von der Gregorianik bis zu zeitgenössischen Auftragskompositionen reicht.

Hinzu kommen ganz unterschiedliche Besetzungen: im großen und im kleinen Ensemble ebenso wie als Solistin. Da kann der Einsatz gerade einmal drei Takte umfassen oder auch eine große Partie – beispielsweise die Titelrolle der „Isolde“, die Andrea Henke im Oratorium „Zaubertrank“ des Schweizer Komponisten Frank Martin gesungen hat.

Dass Henke die Aufgaben der Sänger noch anspruchsvoller einschätzt als die der Instrumentalisten – beispielsweise bei gemeinsamen Auftritten mit dem WDR-Rundfunkorchester – beschreibt sie in einem Interview (im Film „Probe mit Unsuk Chin“ im Bereich Backstage auf http://www.wdr.de/radio/orchester /rundfunkchor/index.html): „Wir als Sänger haben den Text dabei. Das ist immer noch ein Packen mehr als die Instrumentalisten haben, die ja eigentlich immer nur ihren Akkord zusammenkriegen müssen. Bei uns müssen dann ja auch noch die Konsonanten übereinstimmen.“ ▪ Von Gisbert Sander

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