Erneut ein ganz anderes Täterprofil des Kioskräubers

Recht gut sieht es für den schweigenden Angeklagten im Prozess um den bewaffneten Raubüberfall auf einen Kiosk am St.-Georg-Platz  aus. Er hat ein Alibi.
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Recht gut sieht es für den schweigenden Angeklagten im Prozess um den bewaffneten Raubüberfall auf einen Kiosk am St.-Georg-Platz  aus. Er hat ein Alibi.

Im Prozess um den bewaffneten Raubüberfall auf einen Kiosk am St.-Georg-Platz sieht es derzeit recht gut aus für den schweigenden Angeklagten: Erneut hat ein Zeuge ein völlig anderes Täterprofil beschrieben und es haben ihm zwei Bekannte ein Alibi für die Tatzeit gegeben.

Hamm/Dortmund – Zusammen mit einem ebenfalls langjährig drogensüchtigen Freund soll der 45-Jährige am 12. Juli spätabends den Kiosk überfallen haben. Während der Freund den Inhaber mit einer defekten Gaspistole bedrohte und aus der Ladenkasse rund 300 Euro erbeutete, soll der jetzt angeklagte Mann maskiert vor dem Geschäft Schmiere gestanden haben. „Hier kannst du nicht rein, da passiert gerade etwas Schönes“, soll er einem 28-jährigen Kunden gesagt haben, der hier Nachschub an Getränken kaufen wollte. „Er war groß, von sportlicher Figur und sprach mit ostdeutschem Akzent“, erinnerte sich der Zeuge vor dem Dortmunder Landgericht. Eine Beschreibung, die so gut wie keine Ähnlichkeit mit dem angeklagten Hammer zeigt.

Kioskbesitzer beschreibt anderes Täterprofil

Auch der Kioskbetreiber hatte als Zeuge einen gänzlich anderen Täter beschrieben. Nach den Angaben zweier Trinkgenossen soll der Angeklagte zudem am Tatabend bis in den nächsten Tag hinein mit zwei Freunden in seiner Wohnung an der Sedanstraße gezecht haben. „Die beiden Alibigeber sind mir aus der Trinkerszene bekannt, haben angegeben, mit dem Angeklagten seit nachmittags bis in den nächsten Vormittag hinein Wodka getrunken zu haben“, erklärte ein Polizeibeamter, der die beiden Männer zum Alibi für ihren Freund befragt hatte.

Mittäter eventuell nicht verhandlungsfähig 

Ob der mutmaßliche Mittäter als verlässlicher Zeuge Angaben machen kann, ist derzeit noch fraglich. Sein Rechtsanwalt und ein Gutachter beschrieben ihn am gestrigen Verhandlungstag aufgrund seiner Kopfverletzungen, die er bei dem Raubüberfall erlitten hatte, als unkonzentriert mit massiven Erinnerungslücken. In Notwehr hatte der Kioskbetreiber auf den Angreifer eingeschlagen und ihm mehrere massive Schädelverletzungen zugefügt. In seinem eigenen Strafverfahren wurde er wegen seines gesundheitlichen Zustands in der vergangenen Woche für verhandlungsunfähig erklärt und aus dem Justizvollzugskrankenhaus entlassen.

Nicht auszuschließen ist nach Einschätzung seines damaligen Verteidigers, dass der 50-Jährige wieder in die Hammer Drogenszene abgetaucht ist und Heroin konsumiert.

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