Billiganbieter der regionalen Stadtwerke

Nach Genickbruch Stecker der "Kleinen Racker" gezogen

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Hamm/Bönen/Bergkamen – Der „Kleine Racker“ wird nicht mehr erwachsen werden: Beim billigen Stadtwerke-„Baby“ fließt kein Strom mehr.

Knapp neun Jahre nachdem die Stadtwerke Hamm mit 15-prozentiger Beteiligung dieses Baby aus der Taufe gehoben und in die Gründung eines unter diesem Namen firmierenden Billiganbieters von Strom und Gas eingestiegen waren, steht die Racker-Gesellschaft vor der Liquidation. Das bestätigte der Hammer Stadtwerke-Geschäftsführer Jörg Hegemann auf WA-Nachfrage.

Rund 13.000 Kunden bundesweit seien vom Aus der Marke „kleinerracker.de“ betroffen und würden ab dem Monatsende von dem Krefelder Anbieter „Lekker Energie“ mitbetreut.

Keine Nachteile für Kunden

Nachteile entstünden für diese Kunden nicht, denn die Konditionen blieben für sie die gleichen, wie zu erfahren war.

Der „Kleine Racker“ war im Juni 2010 in Kamen an den Start gegangen. Acht Stadtwerke (Gemeindewerke Wickede, Hertener Stadtwerke, Stadtwerke Ahlen, Stadtwerke Emmerich, Stadtwerke Haltern am See, Stadtwerke Fröndenberg, Stadtwerke Hamm und die GSW Gemeinschaftsstadtwerke GmbH Kamen, Bönen, Bergkamen) hatten sich zum Stadtwerke-Energie-Verbund (SEV) zusammengetan und das Unternehmen gegründet. Motiv war, dass sich die Energieversorger der wachsenden Konkurrenz im Internet stellen wollten.

Insolvenz trotz guter Zahlen

Nach eher schwieriger Anfangsphase hatte der mit nur wenigen Mitarbeitern ausgestattete „Kleine Racker“ dann rasch schwarze Zahlen geschrieben. 2017 lag der Überschuss bei rund 500.000 Euro, 2015 gar bei knapp einer Million Euro. Laut Hegemann sei die 15-Prozent-Einlage längst wieder eingespielt.

Der Genickbruch für den „Kleinen Racker“ kam Ende 2018 mit der Insolvenz der Deutschen Energie GmbH (DEG). Eine der DEG-Töchter, der Heidelberger Dienstleister BDP, der für den „Racker“ unter anderem die Abrechnungen fertigte, ging ebenfalls insolvent. Der „Racker“ wurde nach Krefeld verkauft, zum Übernahmepreis wurde nichts bekannt.

An diesem Freitag endet für die Racker-Kundschaft die Frist, sich auf eigene Faust einen anderen Strom- und Gasversorger zu suchen.

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