Sorge wegen Raserei und Verkehrszunahme durch Haltepunkt

Am Südfeldweg in Rhynern lebt es sich gefährlich

Die Straße lädt zum Rasen ein: Für den Rhyneraner Burkhard Neuhäuser gibt es am Südfeldweg daher häufig brenzlige Situationen.
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Die Straße lädt zum Rasen ein: Für den Rhyneraner Burkhard Neuhäuser gibt es am Südfeldweg daher häufig brenzlige Situationen.

Ungefährlich sei das Wohnen auf seinem Gehöft am Südfeldweg noch nie gewesen, sagt Burkhard Neuhäuser aus Rhynern. Doch zuletzt habe der Verkehr vor seiner Haustür wieder deutlich zugenommen – und an Tempo 50 hielten sich die Wenigsten, empfindet er. Angst mache ihm zudem der geplante Bau des Haltepunktes. Dann dürfte der Verkehr vor seiner Haustür um ein Vielfaches zunehmen.

Rhynern - In erster Linie mache er sich Sorgen um seine Enkelkinder. Mittlerweile lebe seine Tochter mit ihrer Familie wieder auf dem Hof. „Wir kommen hier kaum aus der Ausfahrt, gehen fast immer ein Risiko ein, wenn wir mit dem Fahrrad unterwegs sein wollen. Der Hof Neuhäuser steht in völliger Alleinlage am Südfeldweg. Vergleichsweise gebe es an der Straße nur noch die Einfamilienhäuser zwischen Bergstraße und Rhynerberg. „Doch dort existiert ja ein Gehweg, das mindert das Risiko natürlich“, so Neuhäuser.

Dass es baulich keine großartigen Veränderungen geben kann, wisse er. Aber vielleicht gibt es ja andere Lösungsansätze. Und zumindest könnten ja wieder Verkehrskontrollen durchgeführt werden. Eine Zeitlang habe das Ordnungsamt am Ende seines Gartengrundstücks in regelmäßigen Abständen Tempomessungen durchgeführt. „Das hatte durchaus einen erzieherischen Effekt“, beobachtete Neuhäuser, der längst einen Gutteil der Autofahrer wiedererkennt, wenn sie täglich den Südfeldweg als Abkürzung nutzen. „Wer einmal erwischt worden war, fuhr anschließend langsamer“, berichtet er. Doch zuletzt seien keine Kontrollen mehr durchgeführt worden, und schon sei die Zahl der Raser wieder gestiegen.

Fußgänger werden sogar beschimpft

Dass Tempo 50 auf einer geraden und freien Strecke schwierig einzuhalten sei, könne er fast nachvollziehen. „Doch hier wohnen ja Menschen. Und es gibt auch Menschen, die dieses Teilstück bei uns nutzen, um die weniger befahrenen Wirtschaftswege für die Naherholung zu erreichen“, erklärt er. „Und da hat es schon Autofahrer gegeben, die Fußgänger beschimpft haben, weil sie auf dem Südfeldweg unterwegs waren.

Mit großer Sorge blicke er auch auf den Bau des Haltepunktes. Nicht etwa, weil er dagegen ist. Sondern vielmehr, weil er befürchtet, dass sich die Verkehrszahlen vor seiner Haustür noch einmal potenzieren werden. „Wenn dort 1000 Fahrgäste am Tag ein- und aussteigen sollen, wird ein Großteil über den Südfeldweg dorthin fahren“, ist er sich sicher. Es sei denn, die geplante Verbindungsstrecke vom Kreisverkehr im Dreiländereck direkt auf den Südfeldweg werde zeitgleich mit dem Haltepunkt fertig. Dann könne der Verkehr dort hergeführt werden. Und die Idee, den Südfeldweg auf dem Teilstück zwischen dieser neuen Tangente und der Bergstraße zu einem Fuß- und Radweg umzuwidmen, gefällt ihm verständlicher Weise besonders gut. „Aber ich befürchte, dass wir darauf lange warten müssen.“

Umgehungsstraße zum Haltepunkt kommt später

Und viel Hoffnung kann ihm Stadtsprecher Lukas Huster nicht machen: „Die Verbindungsstraße wird erst nach dem Haltepunkt in Angriff genommen werden: Zuvorderst steht der Beschluss des Rahmenplans im Sommer 2021. Im Anschluss werden dann Beschlüsse für die Bauleitplanung und den Ausbau der Verbindung benötigt, die entsprechend vorbereitet werden müssen.“ Mit dem Bau des Haltepunkts soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

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